Reparieren statt Wegwerfen

Shownotes

Reparieren schont Ressourcen, spart Geld und bringt Menschen zusammen. Doch welche Rolle spielen dabei das Handwerk und Repair Cafés? Ergänzen sie sich oder verfolgen sie unterschiedliche Ansätze? In dieser Folge sprechen wir über die Bedeutung des Reparierens für die Kreislaufwirtschaft, räumen mit Vorurteilen auf und zeigen, wie Handwerksbetriebe und Repair Cafés gemeinsam dazu beitragen können, Produkten ein längeres Leben zu schenken. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke, unterschiedliche Perspektiven und inspirierende Beispiele aus der Praxis.

Alltagstipps, Videos und weitere Informationen zur Kreislaufwirtschaft: https://go.muensterland.com/kreislaufwirtschaft

Podcast: Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland in Kooperation mit den Lokalradios im Münsterland Cover Copyright: Münsterland e.V.

Partner im Verbundprojekt: Fachhochschule Münster, Handwerkskammer Münster, IHK Nord Westfalen, Münsterland e.V.

Das Projekt Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland wird mit Mitteln der Europäischen Union und vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Transkript anzeigen

00:00:00: Das Münsterland hat Kreislauf,

00:00:02: du auch?

00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu Folge drei dieses Podcasts.

00:00:08: Folge für Folge geht's um einzelne Aspekte der Kreislaufwirtschaft.

00:00:11: in der letzten Folge haben wir uns dem Kunststoff gewidmet und schnell festgestellt ohne würde es gar nicht gehen!

00:00:18: Der Ruh von Plastik und Kohle schlechter als er eigentlich ist und wir haben eine Menge mythen rundum Kunststoff aufgeklärt.

00:00:25: also hört gerne noch mal rein.

00:00:27: Jetzt

00:00:27: geht's in der dritten Folge um reparieren statt wegwerfen.

00:00:30: Welche Möglichkeiten gibt es da schon?

00:00:32: und auch welches Potenzial schlummert dann noch?

00:00:34: Durch den Podcast führen wie immer wir beide, ich bin Daniel Krawinkel Und

00:00:38: ich bin Philipp Böckmann und wir arbeiten beide für die Lokalradios im Münsterland.

00:00:42: Natürlich haben wir auch Experten an unserer Seite sonst

00:00:46: wäre die Folge

00:00:46: sehr schnell zu Ende.

00:00:48: Bei uns ist einmal Nick Potter vom Studio Formagora aus Münster.

00:00:53: Ihr seid ein Designstudio.

00:00:56: Beschreib mal bitte einmal kurz, was ihr genau macht.

00:00:58: Ja hallo in die Runde!

00:01:00: Genau bei Studioformer Gora befassen wir uns eigentlich im Großen und Ganzen mit der sozial-ökologischen Transformation und Nachhaltigkeit in Design und Produktionen und befassen uns da irgendwie einen ganz vielen verschiedenen Perspektiven mit.

00:01:17: Wir haben unsere Wurzeln im Handwerk das heißt hier sind alle vier Tischler Planungsprozesse und Produktionsprozisse eben nachhaltiger zu gestalten.

00:01:29: Und dann ist noch Raimund Jakobsmaier vom Repair Café in Münster hier, Repair café.

00:01:34: da können wir uns ein bisschen was darunter vorstellen.

00:01:36: klar aber sag auch du vielleicht noch kurz was ihr macht wie er arbeitet?

00:01:39: Ja Repair Cafe das ist gemeinsames Reparieren bei Kaffee und Kuchen.

00:01:44: das geht auch schon aus dem Namen hervor und bei uns kommen halt die Dinge des Alltags auf den Tisch Und da versuchen wir, den ein zweites Leben einzuhaufen.

00:01:55: Das ist so im Gronen das, was wir tun.

00:01:57: Dann

00:01:57: herzlich willkommen euch beiden.

00:01:58: zur Podcastfolge reparieren statt wegwerfen!

00:02:01: Ich würde sagen, wir steigen einfach direkt einfüllen.

00:02:03: Ja und so ein kaputter Toast dann wackeln der Stuhlen Fahrrad mit plattem Reifen oder auch einen Smartphone mit defektem Akku.

00:02:09: früher wurde vieles selbstverständlich repariert heute landet aber vieles schnell im Müll.

00:02:18: da ist die Frage warum isst das so?

00:02:21: Hast du da direkt mal eine Erfahrung aus dem Repair Café?

00:02:25: Warum ist das heutzutage so, dass leider vieles weggeschmissen wird.

00:02:30: Ja die Verlockungen auf was Neues sind natürlich immer sehr groß und

00:02:34: d.h.,

00:02:35: die Menschen, die zu uns kommen haben schonmal einen gewissen Background.

00:02:39: Die haben sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt.

00:02:42: Die wissen um die begrenzten Ressourcen, die wir hier auf dieser Welt haben Und die haben dann auch das Gefühl, das lass ich lieber reparieren als wegzuwerfen.

00:02:53: Jetzt ist das mit den Gegenständen natürlich sehr unterschiedlich.

00:02:57: ein Toaster da hängt das Herz nicht dran aber an einem Smartphone da hängte es sehr wohl dran und von daher sind da die Motivationen sehr unterschiedliche.

00:03:08: Wie verblüfft sind denn die Menschen wenn sie zu euch kommen und plötzlich wird's dann repariert.

00:03:14: wo dann gedacht wurde Mensch einiges hat Ding hinüber

00:03:17: Die freuen sich erst mal über das Konzept, weil das erahnen die nicht.

00:03:22: Die haben gehört Repaircafe da kann man hinkommen und reparieren aber dass es dann eben keine Werkstatt ist sondern dass wir gemeinsam reparieren Das ist für die meisten neu.

00:03:35: Die Stimmung ist auch überragend gut und das kommt bei den Menschen sehr gut an.

00:03:40: Wenn wir über Reparatursprechen, denken viele zuerst an Elektrogeräte oder auch Smartphones.

00:03:44: Tatsächlich sind Reparaturdienstleistungen aber ja in vielen Gewerkenteilhandwerklichen Leistungen bei Autos, Maschinen, Fahrrädern, Uhrenschmuckkleidung Möbeln, Haushalts- und auch Gartengeräten oder auch in der Gebäudetechnik.

00:03:57: Gleichzeitig gibt es Bereiche in den Reparatur eng mit Umnutzung, Aufarbeitung oder eher Weiterverwendung verbundenes Zum Beispiel im Umgang mit Holz und Möbeln, da ist es für jeden auch ein Begriff.

00:04:09: Im Studio Formagora geht es nicht immer nur um klassische Reparatur sondern eben auch um die Umnutzung, Aufarbeitung und Weiterverwendung.

00:04:16: Wo zieht ihr für euch die Grenze?

00:04:18: oder gehört das alles zu einer Kultur des längeren Nutzens einfach?

00:04:23: Ich würde schon sagen dass sich dabei generell eine Kulturfrage irgendwie so handelt und ich glaube wir ziehen dazwischen weniger eine Grenze.

00:04:33: also Reimond hat das eben gerade cool gesagt, finde ich.

00:04:37: Also die Dinge des Alltags kommen da auf den Tisch und das würde ich auch sagen dass es bei uns irgendwie so der Fall ist.

00:04:46: also es geht sehr viel darum irgendwie erstmal den Bestand zu vermessen sozusagen also zu schauen hey das was ich hier vorfinde an Materialen an Objekten aber zum Beispiel auch an menschlichen Kompetenzen welchen Wert hat das eigentlich?

00:05:03: und da vielleicht nicht aus einer reinen ökonomischen Brille raufzuschauen, wie viele Unternehmen leider gezwungen sind.

00:05:10: Sondern wir gehen da eher kreativer ran, vielleicht auch künstlerischer ... Und machen uns da so ein bisschen von den ökonymischen Zwängen frei und versuchen eben zu schauen welchen Wert hat das was wir finden?

00:05:21: Ja ich bin persönlich schon davon überzeugt dass es so einen Kulturwandel gehen muss also das Reparieren statt Neuschaffen aber Vielleicht Repair Café, da steckt ja das Wort Café auch drin.

00:05:36: Also es geht eben nicht nur um das Reparieren.

00:05:38: Es geht auch darum sich als Menschen irgendwie zu begegnen, eine gemeinsame gute Zeit zu haben und das steckt für mich alles in dieser Frage nach dem Wert, Frage nach den Bestand mit drinnen also vielleicht so die Frage was heißt eigentlich ein gutes Leben?

00:05:53: Was macht ein gutes leben aus?

00:05:55: Und zu schauen, was brauche ich eigentlich?

00:05:58: Also die Frage nach Suffizienz.

00:06:00: Und

00:06:00: Nick wann entscheidet sich überhaupt ob ein Produkt später reparierbar aufarbeitbar oder weiter nutzbar ist?

00:06:07: Auf welchen Kriterien geht ihr davor?

00:06:09: Als Designer muss ich natürlich sagen im Entwurfsprozess aber als Unternehmer würde ich antworten dass sich das zum einen irgendwie noch früher in ökonomischen Fragen stellt, also wie wird ausgeschrieben?

00:06:23: und so weiter.

00:06:25: Da wird ja oft im Ausschreibungsverfahren das Neue vorausgesetzt.

00:06:30: Und oftmals ist es als Unternehmer selbst wenn ich sage hey Ich würde hier gerne reparieren oder ich würde gerne den Bestand wertschätzen Geht das nicht, weil das eben so viel teurer ist beim Umsetzen als der Rückgriff auf was Neues.

00:06:45: Und ich glaube da drin liegt so ein Teil des Problems begraben.

00:06:49: Trotzdem ist es ja bei euch, also sagst grad schon, dass es oft teurer, trotzdem beschäftigt ihr euch sehr damit.

00:06:54: Was reparierbar ist nochmal zu reparieren oder weiterzunützen?

00:06:57: Warum macht ihr das so intensiv?

00:06:59: Also ich glaub, dass uns alle die persönliche Überzeugung antreibt und wir brauchen auch viel Antrieb um das zu machen, was wir tun.

00:07:08: Ja, es ist die Überzeugung, dass wir uns jetzt für eine bessere Welt einsetzen müssen.

00:07:14: Dass wir uns zu unserer Klima einsetzen.

00:07:15: Es ist irgendwie auf jeden Fall nicht der unternehmerische Erfolg, der einen da antreibt.

00:07:23: Da müsste man sehr anders arbeiten.

00:07:26: Wenn ihr mehr wissen wollt über das Studio von Magora also wie die dort zum Beispiel arbeiten dann schaut euch gerne deren Pioniergeschichte an.

00:07:37: Den Link findet ihr auch noch mal in den Show-Notes.

00:07:39: Und Nick, ich war gerade mal auf eurer Homepage und da gibt's ja ein paar tolle Beispiele was hier alles so macht mit Holz, Nistkästen beispielsweise oder auch ganz unterschiedliche Geschichten also Möbel aus Altholz, Workshop unter anderem.

00:07:55: kannst du noch eins zwei Projekte ganz kurz mal nennen damit das alles ein bisschen greifbarer ist?

00:07:59: Wir haben zum Beispiel den Bäuer Innenstuhl zusammen mit Menschen von der B-Site entwickelt und den Abfall wirtschaftsbetrieben Münster.

00:08:08: Genau, wir haben für das Soziokulturelle Zentrum B-Side in Münster eine Innenraumplanung gemacht und Möbel entwickelt und haben die eben aus Materialien, die bei den Abfallswirtschaftsbetrieben Münster anfallen tagtäglich in sehr großen Mengen, haben wir die Möbel eben gefertigt – in Workshops, in der offenen Werkstatt der B-side, die Hansa-Werkstatt.

00:08:30: Da war jetzt zum Beispiel der Bäuerinstuhl entstanden Ein Entwurf, der sich so an dem klassischen Bauernstuhl entlehnt.

00:08:39: Stuhl, der komplett nur aus Holzsteckverbindungen besteht also kein anderes Material als Holz keine Schrauben, Nägel Sondern nur gesteckt.

00:08:47: wenn man arbeitet dann eben mit den Schwindrichtung und Eigenschaften des Holzes.

00:08:52: Und ja den haben wir immer aus geretteten Materialien produziert.

00:08:56: zum Großteil Ja.

00:08:58: das ist ein Projekt was eigentlich finde ich gut widerspiegelt gerne machen.

00:09:03: Und ich muss einfach sagen, Holz ist ein ganz toller Werkstoff.

00:09:06: also wenn nicht das auf Eure Augenbecher sehe da krieg ich leuchtende Augen einfach mal von mir.

00:09:11: jetzt gehen wir aber mal zu den Repair Cafés.

00:09:13: sie schauen wir uns mal genauer an Reimund was bringen die Menschen typischerweise zu euch?

00:09:19: Was wird er so angeliefert?

00:09:21: mit was kommen die?

00:09:22: Ja die Limitierung bei uns ist immer alles was man reintragen kann.

00:09:26: dass schauen wir auch an und genauso handhaben wir das auch.

00:09:31: Typischerweise hat das Meister ein Kabel.

00:09:34: Das heißt, es handelt sich um irgendeinen Elektrogerät angefangen von Doster über Haarfühlen und alles was im Haushalt so ist.

00:09:43: Die Dinge werden zu uns gebracht.

00:09:46: Was überrascht dabei immer wieder?

00:09:47: Also gibt's z.B.

00:09:49: Sachen die immer wieder kaputt sind, immer wieder gleich ...

00:09:51: Ja, Staubsauger!

00:09:53: Okay... Was genau ist daran kaputt, was spezielles

00:09:56: oder?

00:09:56: Verschieden, hauptsächlich sind Kabel abgerissen Weil die werden gerne in die Steckdose gesteckt, dann ganz lang gezogen und eben mal um die Ecke abgeknickt.

00:10:07: Das ist so eines der Robprobleme.

00:10:10: Andere Dinge sind konstruktionsbedingt, die dafür sorgen dass ein Staubsauger auch sehr schnell kaputt geht.

00:10:17: Auch diese Dinge sind bekannt und solche Dinge reparieren wir gemeinsam.

00:10:22: Welche Rolle spielt es denn Menschen wieder auf die Idee zu bringen, Dinge repariert zu lassen oder selbst anzugehen?

00:10:29: Ja, wenn wir das genau wüssten.

00:10:31: Also das was immer funktioniert ist kostendruck.

00:10:35: Die leute die wir schon haben sind die wie gesagt schon dieses mindset haben der nachhaltigkeit und der wiederverwendbarkeit.

00:10:44: Ressourcenschonung Die haben wir schon die kommen gerne Und die die man noch nicht haben sind jungen leute zum beispiel mit smartphones.

00:10:55: Das lässt sich gut reparieren Aber leider wird es sehr wenig angenommen, denn die Verlockerung der Hersteller ist einfach riesengroß.

00:11:07: Wenn Sie sagen ich hab mein Gerät jetzt zwei Jahre gehabt und mir steht mehr Vertrachen Neues zu dann nehmen sie lieber ein Neues, anstatt das alte reparieren zu lassen.

00:11:17: für mich unbegreiflich.

00:11:18: aber es ist leider die Tatsache

00:11:21: was ja beide Ansätze verbindet also sowohl die vom Studio von Margora als auch die von wie Percafés.

00:11:27: Ihr schafft Zugänge zum Thema Reparatur und Weiterverwendung.

00:11:30: Damit macht ihr auch deutlich, Produkte sind nicht automatisch Abfall sobald etwas kaputt ist oder nicht mehr direkt genutzt wird.

00:11:36: Das klingt erst mal total banal aber muss glaube ich von uns allen auch nochmal wieder gelernt werden.

00:11:41: Es ist eben oft einfacher was neu zu kaufen oder wie du schon sagst den neuen Handyvertrag direkt mit einem neuen Handy.

00:11:46: Ist diese Aktivierung in eurer Arbeit vielleicht auch ein wichtiger erster Schritt Nick?

00:11:50: Uns geht es schon stark darum mit unserer Arbeiterfahrungsräume zu schaffen.

00:11:57: vor allem diese Wertfrage steht immer wieder so vorne an, also erfahrbar zu machen.

00:12:04: Zum Beispiel indem wir aus etwas was die Gesellschaft als Abfall deklariert hat in dem wir daraus schöne Möbel herstellen schaffen wir den Erfahrungsraum mit dem Menschen sagen hey das war ja doch kein Abfall und das ist schon glaube ich sehr wichtig und dass auch immer wieder zu zeigen und aufzuzeigen Hey, wir werfen da sehr, sehr gute Materialien weg.

00:12:30: Und anderen Orts zum Beispiel im Wald fehlt dieses Material?

00:12:35: Ja es ist aber glaube ich genauso wichtig.

00:12:37: oder an dieser Stelle ist mir sehr wichtig auch darauf hinzuweisen dass das eben kein Problem ist was rein auf Konsument in Seite liegt sondern das muss unbedingt in die Gesetzgebung rein weil ja was Reimond eben auch gesagt hat erfahren wir auch immer wieder, also viele Menschen wollen Nachhaltigkeit.

00:12:57: Aber wenn man das wirklich bepreist dann sind viele Leute daraus.

00:13:02: es ist auf der ökonomische Druck der Leute dazu verleitet dann doch etwas nicht nachhaltiges zu konsumieren.

00:13:10: Reim und du hast gerade direkt gezuckt als ich die Frage gestellt habe wolltest du das noch ergänzen?

00:13:15: Das was ihr macht vielleicht einfach dafür sorgt Bei den Leuten überhaupt erst mal diesen Denkprozess anzuregen, man kann es reparieren.

00:13:23: Also bei vielen ist ja einfach drin ... Ja, das Kaputt braucht neu!

00:13:26: Das auf jeden Fall.

00:13:27: Wer zum Repair-Kaffee kommt und genau diese Erfahrung gemacht hat, kommt auch immer wieder.

00:13:32: Das ist ganz sicher.

00:13:36: Die Frage oft, kann man's überhaupt noch reparieren?

00:13:40: Und warum kann man es nicht

00:13:41: reparieren?!

00:13:43: Viel hat damit zu tun dass die Sachen heute so gebaut sind, dass man sie lieber nicht reparieren soll.

00:13:49: Das ist so vorgesehen vom Hersteller leider.

00:13:56: Ich kann da Beispiele bringen, wenn das gewünscht ist.

00:14:00: Ja vielleicht gibt einmal ein oder zwei Beispiele?

00:14:02: Ich nehme an einfaches Beispiel der Waschmaschine.

00:14:05: Früher war eine Wasch-Maschine etwas ... Das kaufte man sich für zehn bis zwanzig Jahre.

00:14:10: Da waren die Leute stolz drauf und manche haben das sogar bis zum Statussymbol erhoben Und das gibt es heute überhaupt nicht mehr.

00:14:20: Es gibt nur noch Konsumartikel.

00:14:23: Früher wurden die Maschinen gebaut auf eine Langlebigkeit, Heute werden sie gebaut für eine maximale einfache Fertigung.

00:14:34: Das heißt, dass muss aus dem Fließband innerhalb von zwei Stunden rausgelaufen sein.

00:14:38: Da sitzt vielleicht noch eine halbe Stunde Manpower drin und das ist dann gewesen.

00:14:44: Aber Man kann das Ding gar nicht mehr auseinanderschrauben.

00:14:46: Dafür ist es gar nicht gedacht und da helfen auch Reparatur-Gesetzgebungen

00:14:53: nicht.".

00:14:54: Jetzt ist ja, Nick, nicht nur der Verbraucher Schuld sondern wenn ich das so höre auch das Produktdesign ist entscheidend in Sachen Reparierbarkeit.

00:15:05: Welche Rolle spielt denn aus deiner Sicht das ProduktDesign beim Stichwort Reparierebarkeit oder halt Nichtreparierbarkeit?

00:15:15: Ja, so.

00:15:15: natürlich spielt Produktdesign dann eine riesengroße Rolle.

00:15:19: Gleichzeitig ist da auch glaube ich wieder wichtig genau hinzuschauen.

00:15:25: also in den meisten Fällen ist ProduktDesign irgendwo ne Dienstleistung und ich als Designerin erarbeite Lösungsvorschläge für einen Kunden oder mein Chef und viele der Entscheidungen gebe ich leider ab Und viele der Entscheidungen, also es macht einen als Designer nicht glücklich ein Produkt zu entwerfen was halt schnell kaputt geht oder so.

00:15:53: Sondern ich glaube da haben auch sehr viele Menschen so ein inneres Bedürfnis eigentlich gute Arbeit zu machen.

00:15:59: und ich glaube auch da wieder sind das ökonomische Faktoren.

00:16:02: Also ich kann natürlich zwei Waschmaschinen an einem Menschen verkaufen wenn die halt kaputtgeht.

00:16:09: Und ja, also ich glaube nicht dass das irgendwie aus so einer Überzeugung dieses Designs zu machen passiert.

00:16:15: Ja wie gesagt, ich glaube das sind ökonomische Gründe die das sehr stark beeinflussen.

00:16:21: und auch spannend.

00:16:23: dabei finde ich es gibt in der Lehre so diesen Begriff die Realitätsklatsche das halt im Studium Studierende natürlich sehr gut eigentlich auch ausgebildet werden, so nach bestem Wissen und Gewissen der heutigen Zeit nachhaltig gestalten zu können.

00:16:41: Und die Realitätsklatsche ist dann eben danach komme ich in die Berufswelt und finde keinen Job bei dem mich das ausführen kann.

00:16:48: So, das zeigt das find' ich ganz gut!

00:16:51: Das ist auch der Grund warum wir selber gegründet haben um's anders zu machen.

00:16:56: Vielleicht passt da ganz gut, auch wenn ich kein Riesenfass aufmachen will aber es klang grad schon ein bisschen an.

00:17:02: Die Frage ist ja, werden Produkte überhaupt noch entwickelt?

00:17:04: Um lange genutzt zu werden?

00:17:05: oder wir haben eben schon gehört naja es geht halt auch um Gewinnmaximierung.

00:17:10: Ist das nur der Eindruck wenn man sich tiefer damit beschäftigt oder vielleicht auch nur an der Oberfläche oder ist es halt eigentlich wirklich so und das über alle Bereiche hinweg?

00:17:18: ich würde sagen dass man da schon das schon wichtig ist da differenziert hinzuschauen.

00:17:23: Vielleicht verweise ich an der Stelle auf das buch die Verkrempelung der Welt.

00:17:27: also ich glaube aber schon Trend ist, ob ich jetzt Produzent bin.

00:17:33: Also der Bäuer in Stuhl zum Beispiel den wollten wir auch produzieren.

00:17:36: Den wollten wir auf den Markt bringen und wir wären bei dreihundertfünfzig Euro pro Stuhll ungefähr gelandet.

00:17:41: Herstellungskosten, ausgebrauchte Material handwerklich in Deutschland produziert mit fairen Löhnen Und IKEA produziert hätten Stuhle für fünfzig bis siebzig Euro.

00:17:54: Das ist schon sehr, sehr schwer gute Produkte auf dem Markt zu bringen so Und man konkurriert da halt mit sehr, sehr vielen Unternehmen.

00:18:02: Die global agieren und die halt sehr viele kosten eigentlich wie Umweltschäden

00:18:10: usw.,

00:18:10: nicht einpreisen in die Produktion.

00:18:13: Das findet sich ja ... In diesem Wirtschaftssystem einfach nicht wieder.

00:18:18: Damit muss man dann umgehen als Produzent.

00:18:22: Und das ist auch ein Stück weit frustrierend für dich raus?

00:18:25: Ja, also frustriernd oder ... Ich würde sagen, kraftraubend.

00:18:31: Also ich würde sagen wenn ich halt so was im Projekt wie mit dem Bäuerinstuhl mache dann weiß sich auch im Vorfeld dass ich sehr viele Stunden unbezahlt arbeiten werde.

00:18:42: und wir tun das aus Überzeugung.

00:18:44: aber das kann nicht jedem Menschen abverlangen.

00:18:47: also nicht jeder Mensch ist jung hat keine Kinder usw.

00:18:51: Und er hat die Möglichkeit jetzt so viel seiner Freizeit in ihr Arbeit zu stecken.

00:18:56: Und diese Gewinnmaximierung, welche Auswirkungen hat das dann auf Ressourcenverbrauch und auch die Kreislaufwirtschaft?

00:19:03: Also ich finde es sehr spannend im Bereich Architektur.

00:19:07: Wir sind ja auch viele in der Innenarchitekturt tätig.

00:19:12: Und wir bekommen Materialien eben aus Abrissen von Gebäuden.

00:19:19: Wenn man da schaut ... viele Gebäude in Deutschland abgerissen und an derselben Stelle wird ein Gebäud errichtet mit der selben Funktion.

00:19:29: Und da könnte man nun sehr, sehr viele Fragen stellen.

00:19:33: so warum wird überhaupt abgerissene?

00:19:35: aber ich glaube dass die gesamte Baubranche hat ja auch den Zwang sozusagen zu produzieren weil sonst gehe pleite.

00:19:45: Das heißt, ich bin in diesem Wirtschaftssystem halt gezwungen zu produzieren.

00:19:50: Und ich kann mir nicht leisten irgendwie jetzt nach der Suffiziems nach der Frage des rechten Maßes zum Beispiel irgendwie zu handeln und so werden natürlich unglaublich viele Ressourcen zB im Bausektor irgendwo verschwendet.

00:20:04: und selbst wenn ich ein Gebäude rückbaue und dann ein neues Gebäud aus diesen geretteten Materialien neu fertige Dann habe ich immer noch einen immensen Energieaufwand.

00:20:15: Und ja, das Gute ist ... Ich hab gebaut, Geld verdient und Leute beschäftigt, Jobs geschaffen

00:20:20: usw.,

00:20:21: das braucht unsere Volkswirtschaft.

00:20:22: Aber das Schlechte ist die Naturumwelt und so weitergehen kaputt.

00:20:27: Ja, das ist ein bisschen die Zwickmühle in der wir stecken gerade.

00:20:31: Jetzt haben wir viel gehört was nicht gut läuft oder wo die Probleme sind.

00:20:35: Was braucht dein Produkt aus eurer Sicht?

00:20:37: Damit es später gut reparierbar aufgearbeitet?

00:20:41: Genau, es gibt ja schon einige gute Standards und ich würde sagen dass sich da auch so in der Zeit in der ich jetzt mich mit Design befasse.

00:20:51: Schon sehr viel getan hat sowas wie eben Cradle to Cradle usw.

00:20:55: Das heißt letztendlich so in unserem Gewerk wo wir planen Und auch fertigen schauen wir eigentlich das wir nicht verkleben das wir verschrauben das wir Monomaterialien verwenden also Materialien die jetzt kein Verbund sind, wie zum Beispiel eine Spanplatte, die aus Holz und Klebstoff besteht.

00:21:15: Dann lieber massiv Holz verwenden was eben ein Monomaterial ist und gut zurück in den Kreislauf geführt werden kann.

00:21:26: Verbindungen, die nach Jahren auch noch löstbar sind so dass ich das gut zurück bauen kann, sodass sich das auch wirtschaftlich zurückbauen kann.

00:21:33: Solche Dinge sind glaube ich der Anfang.

00:21:37: Ist dann eben immer die Frage, wie radikal möchte man sein?

00:21:41: Also, wie konsequent möchte man seien.

00:21:44: Wir finden es auch spannend darüber nachzudenken ... Kann ich heutzutage überhaupt noch vertreten ein Lack zu verwenden?

00:21:51: Er hatte ja in der letzten Folge den Kunststoff.

00:21:54: Also ist das überhaupt noch vertretbar auf ein Material, ein anderes Material untrennbar aufzuspulen?

00:22:02: Ja

00:22:02: und das sind irgendwie immer wieder Einzelfallentscheidungen Und das muss man immer wieder abwägen.

00:22:07: Aber es sind sehr spannende Fragen gerade, finde ich.

00:22:10: Und wie realistisch ist das aus deiner Sicht?

00:22:11: Dass nicht nur ihr euch die Gedanken macht, sondern eine breitere Masse vielleicht auch von Unternehmen?

00:22:17: Ja, es wäre immer so.

00:22:18: die Frage nach der Wirtschaftlichkeit und ich glaube dass aktuell unrealistisch isst, dass sich diese Fragen viele stellen also... Ich habe zuvor im Handwerk gearbeitet und es ist jetzt nicht so als hätte man da viel Zeit Und irgendwie ein laues Leben, sondern da ist so der Preisdruck schon hoch und die Konkurrenz auch hoch.

00:22:38: Das heißt jetzt so unbezahlte zusätzliche Arbeit zu verrichten ist einfach nicht möglich.

00:22:44: Letztlich ist das ja auch Kehrarbeit.

00:22:47: also ich kümmere mich zum Beispiel um die Umwelt Ich kümmer mich darum was sich für Schäden verursache.

00:22:53: Und diese Arbeit des Kümmerns ist eben nicht eingepreißen.

00:22:57: Deswegen glaube ich dass es sehr wichtig ist Gehbungen sich da wirklich radikal ändert und diese Kehrarbeit voraussetzt, weil ansonsten muss ich mich eigentlich in so einem Konkurrenzsystem immer wieder dazu entscheiden das so günstig wie möglich zu machen.

00:23:15: Und dabei bleibt dann immer wieder die Umwelt auf der Strecke.

00:23:18: Gehen wir jetzt nochmal ins Repair Café Gemeinsam, Reimond.

00:23:24: Ich hab gesagt es gibt immer wieder Erfolgsgeschichten das zum Beispiel der Staubsauger wieder läuft aber Es gibt ja auch Sachen da funktioniert das nicht mit der Reparatur.

00:23:35: Woran scheitert's denn?

00:23:36: an fehlenden Ersatzteilen an der komplizierten Technik.

00:23:39: heute zu sagen was sind da die Ursachen?

00:23:42: Ja die Technik ist gar nicht so kompliziert.

00:23:46: Das was ein Problem ist dass die Dinge so designt sind dass es Einwegartikel sind.

00:23:51: Wenn man heute an einem Mixer keine Schraube mehr findet, dann kann man ihn quasi nur noch auseinanderbrechen.

00:23:58: Das ist alles der große Begriff der geplanten Obsoleszenz und ich kann da den Igno bestätigen.

00:24:06: jeder der Technik studiert hat dem gehen die Nackenhaare hoch wenn er Dinge einbauen muss die von Anfang an klar sind.

00:24:16: das passt nicht dafür.

00:24:18: Ich kann nicht einen Mikroschalter in ein Staubsaugertrittplatte einbauen.

00:24:24: Da weiß jeder, da trete ich zehnmal drauf und dann ist er kaputt.

00:24:27: Es wird aber gemacht, weil bitte nach drei Jahren darf der nicht mehr laufen.

00:24:33: Und was dann passiert?

00:24:35: Ja das geht zur Umwelt.

00:24:37: Die Staubsäuger werden gesammelt die werden irgendwo in Afrika verbrannt so dass wir das Kupfer quasi zu Wiederverwertung kriegen.

00:24:46: Aber die Umweltkatastrophe hat einfach nur in einem anderen Land stattgefunden.

00:24:51: Das ist haersträumt und auch um das wieder aufzugreifen, was Nicke sagt hat es lässt sich kaum auflösen.

00:25:01: wenn der Staat daran verdient an einen schnellen Produktionszyklus Und die Hersteller dafür sorgen dass dieser Produktionszyklus auch wirklich schnell ist dann lässt sich das nicht auflösend.

00:25:16: Wir haben einfach das Problem, dass ein Hersteller sehr geschickt damit ist.

00:25:22: Zum Beispiel bei einer Waschmaschine und jedes Jahr die Inkarnation eine Wasch-Maschine zu erklären.

00:25:29: De facto seit nineteenundundfünftachzig bis heute brauchen die Maschinen immer noch vierzig Liter Wasser.

00:25:35: Wo ist die Inkarnazion?

00:25:38: Die hat stattgefunden im Produktdesign in dem man sowas effektiver herstellt.

00:25:44: Früher schraubte man das auseinander, guckte da rein und die Reparatur war offensichtlich.

00:25:51: Heute hat man die Chance fast gar nicht mehr.

00:25:56: Das kann man dann weiter erklären.

00:25:58: Früher gab es tatsächlich noch Ersatzteile.

00:26:01: Geht mal ein Lager kaputt, die Trommel schlägt ... Dann kann man sowas austauschen.

00:26:07: Heute nicht mehr möglich!

00:26:08: Weil das Reparaturgesetz dafür gesorgt dass der Hersteller seine Ersatzteilkomponenten so groß dimensioniert, das die niemand mehr kaufen würde.

00:26:21: Eine Trommel ist mittlerweile verschweißt?

00:26:24: Niemand kann mir ein Lager wechseln!

00:26:26: Das ist quasi ausgeschlossen.

00:26:29: So eine Ersatztal kostet ungefähr so viel wie ne neue Maschine und davon sind noch nicht eingebaut.

00:26:37: Hat im Ergebnis die Maschine kommt weg und es wird neu gekauft mit den bekannten Katastrophalen Auswirkungen für die Natur.

00:26:48: Das ist leider Fakt,

00:26:50: das klingt ehrlich gesagt alles ziemlich deprimieren muss ich sagen und es muss sich dringend was ändern.

00:26:55: haben wir jetzt schon mehrfach gehört.

00:26:56: vielleicht gehen wir gleich noch mal drauf ein.

00:26:57: was genau aus eurem Alltag heraus?

00:26:59: habt ihr das Gefühl dass Menschen wieder mehr Interesse am reparieren haben und mehr zu euch kommen?

00:27:05: Auf jeden Fall auf jeden fall dann.

00:27:08: das fängt an von den Leuten die dieses Reparieren früher noch gelebt haben.

00:27:13: Die kommen sehr gerne mit ihren Lieblingsstücken.

00:27:16: Das alte Radio, das schon seit vierzig Jahren in der Küche steht ... Es kann definitiv durch nichts Neues ersetzt werden.

00:27:24: Aber es sind eher die alten Sachen, mit denen man dann kommt?

00:27:27: Weil man selber vielleicht schon begriffen hat bei den neuen Braustiskaniers zu versuchen oder?

00:27:31: Nee ganz so ist es nicht.

00:27:32: Also es kommen natürlich sehr viele Leute, die bringen das dahin und das propagieren wir auch.

00:27:40: Bringt es mit Ihr kriegt auf jeden Fall eine Diagnose.

00:27:44: Lohnt es sich, geht es oder nicht?

00:27:47: Und wir versuchen das immer möglich zu machen.

00:27:50: Wir haben keinen Zeitdruck, ist aber nur Ehrenamtliche und da kann man dann auch ruhig mal mit viel Aufwand zu geringen Erfolg reparieren.

00:28:01: also das geht schon.

00:28:03: Lebt ihr auch von Mund-zu-Mund Propaganda dass ich das weiter spreche, dass die Menschen erzählen menschlich hab hier was im Bülperp Kaffee repariert bekommen mit Hilfe.

00:28:11: Und dann kommen Leute, mit denen die Leute gesprochen haben und dann ja ... nimmt das so eine Anfahrt auf?

00:28:18: Auf jeden Fall!

00:28:19: Eine Repair-Kaffe muss immer erst anlaufen.

00:28:22: Das ist in den Stadtteilen verschieden.

00:28:25: Wenn ein Stadtteil einen dörflichen Charakter hat, dann verteilt sich das natürlich ganz schnell.

00:28:33: Es werden immer mehr.

00:28:35: Also wenn wir in einem Repaircafe an drei Stunden, thirty-five Gäste haben.

00:28:41: Dann ist das schon ein

00:28:42: Nummer.".

00:28:43: Was wir ganz klar sagen müssen nicht jede Reparatur ist technisch oder auch wirtschaftlich sinnvolls, glaube ich auch schon bisschen rausgekommen.

00:28:49: Gleichzeitig braucht jede professionelle Reparature auch Fachwissen, Sicherheitsstandards und entsprechende Qualifikationen.

00:28:56: Viele Handwerksbetriebe tragen schon heute dazu bei Produkte Materialien und Bauteile länger nutzbar zu halten durch Reparatuur-, Wartung-, Aufarbeitung-, Anpassungen.

00:29:07: Und da ergänzen sich Handwerk und Repair Cafés zum Beispiel gut.

00:29:11: Sie haben einfach unterschiedliche Aufgaben, Motivationen, Möglichkeiten oder auch Grenzen.

00:29:15: sie erfüllen.

00:29:16: Einfach unterschiedliche Rollen.

00:29:18: bei komplexen oder auch sicherheitsrelevanten Reparaturen stellt sich die Frage wann Fachbetriebe eingebunden werden müssen?

00:29:25: Da geht's dann um Verantwortung, Haftung, Gewährleistungen und auch Sicherheitsstandards.

00:29:30: Repair Cafes arbeiten einfach unter anderen Rahmenbedingungen kann man sagen und spielen eine wichtige Rolle wo Reparatur zur Ressourcenwahrung sinnvoll ist wirtschaftlich aber nicht immer professionell darstellbar wäre.

00:29:42: Und da direkt die Frage an den Repair-Cafés.

00:29:44: Raimund, wo zieht ihr der bewusst Grenzen?

00:29:49: Gebt lieber den Auftrag in Anführungsstrichen an Einfachbetrieb weiter Und vielleicht auch noch warum?

00:29:56: Ja, man muss erst mal sehen, welche Leute kommen zu uns.

00:29:59: Jemand der auf eine Waschmaschine oder ein ähnliches Gerät eine Garantie hat, der geht natürlich zum Händler seines Vertrauens.

00:30:07: Der hat einen angeschlossenen Sandwerk, der ist für diese Garantieleistung zuständig.

00:30:12: Danach kommen die Leute dann sehr gerne zu uns weil sie sagen, Garanti habe ich nicht.

00:30:18: Guckt mal ob ihr da noch irgendwie was tun könnt.

00:30:21: Wo seht ihr selbst auch Unterschiede vielleicht zwischen der Arbeit im Repair Café und professionellen Reparaturleistungen?

00:30:27: Und wo gibt's vielleicht aber auch Gemeinsamkeiten.

00:30:30: Die Unterschiede sind ganz klar, wir haben weder eine Dokumentationspflicht noch sonst was.

00:30:35: Wir sind nach keinem ISO eingebunden Sondern wir dürfen einfach das tun, was wir gerne machen Werden dafür nicht entlohnt.

00:30:45: Wir sind alle Ehrenamtler, tun da sehr gerne.

00:30:51: Wir müssen selber keine Garantie mehr auf unsere Reparatur geben.

00:30:56: Das ist natürlich ein riesengroßer Unterschied und jedes Handwerk, der muss genau diese Regeln erfüllen und hat dadurch einen erheblichen

00:31:07: Kostendruck.".

00:31:09: Hast du denn mal ein Beispiel wo ihr dann konkret an einem Handwerksbetrieb weitervermittelt habt?

00:31:14: Wenn da noch Garanti drauf ist...

00:31:16: Genau.

00:31:17: Ich meine, manche Leute haben es vielleicht gar nicht auf dem Schirm und dann wird gesagt also bevor wir da rumschrauben du hast noch Garantie drauf gucken sie mal zuhause ob Sie die Rechnung haben und dann weiter an Handwerksbetrieb oder erst einmal sich an Hersteller wenden.

00:31:32: Begegene Neue oft Vorurteile in Sachen wie per Cafés oder auch im Handwerkerkontext der gerne gerade rücken würdet.

00:31:38: jetzt wo man hier mal die Möglichkeit hat?

00:31:41: Die vermeiden wir.

00:31:43: Zum Beispiel in Haviksberg haben wir auch ein Fahrradladen nebenan.

00:31:49: Und weil wir den natürlich nicht beeinflussen wollen, lehnen wir Fahrradreparatur noch ab.

00:31:56: Das bleibt dann genau da, wo es hingehört.

00:31:59: Wir machen die Dinge, die wirklich sonst keiner mehr

00:32:02: macht.".

00:32:03: Wenn das für euch vielleicht auch spannend ist und ihr jetzt denkt, ja in so ein Repair Café könnte ich auch mal gehen.

00:32:08: Eine Karte mit allen Repair-Cafés im Münsterland findet ihr auf go.münsterland.com.

00:32:13: slash Kreislaufwirtschaft Das sich ja auch eins in eurer Nähe dabei.

00:32:16: den Link findet ihr auch nochmal in den Schauen uns.

00:32:18: Kommen wir noch mal zu einem anderen Blickwinkel, Nick vom Studio Form Agora.

00:32:24: Nick, welche Rolle spielt denn das Handwerk in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft aus deiner Designsicht?

00:32:31: Ich glaube dass das Handwerk eigentlich schon heute eine zentrale Rolle in Kreislaufwirtschaftsfragen spielt einfach weil das Hand werk im Vergleich zur Industrie.

00:32:42: also da würde ich mich jetzt weniger mit euch mit dem Repair Cafes vergleichen sondern im wirklich so diesen Vergleich Industrie und Handwerk aufmachen wollen.

00:32:52: Und da würde ich eben sagen, Handwerk hat die Möglichkeit flexibel zu reagieren.

00:32:57: Wir haben keine großen Produktionsanlagen, die nur in eine Richtung funktionieren oder große Rüstzeiten haben.

00:33:03: Sondern wir können auch sehr viele verschiedene Aufträge reagieren mit unseren Maschinen aber auch mit unseren Kompetenzen.

00:33:12: und ja gerade wenn man sich zum Beispiel in der Architektur fragt, was machen wir mit den ganzen leerstehenden Bürogebäuden?

00:33:19: Dann können da keine industriellen Fertiglösungen herbeigezogen werden.

00:33:25: Sondern da sehe ich ganz klar das Handwerk, was vor Ort kleinteilig arbeitet.

00:33:31: und selbst mache ich eben auch die Erfahrung, man kann eigentlich schon heute genauso gut einen Handwerksbetrieb irgendwie mit gebrauchten Materialien betreiben wie mit neuen.

00:33:44: Natürlich gibt's da viele Hürden, aber es geht eben schon heute.

00:33:49: Und da haben wir glaube ich der Industrie ziemlich was voraus und sollten uns finde auch mehr darauf besinnen und uns eher als Partner der sozial-ökologischen Transformation begreifen als Branche die davon sehr viel profitieren kann auch.

00:34:04: Warum braucht nachhaltiges Wirtschaften auch qualifizierte Reparaturbetriebe?

00:34:08: Ja, also ich ... es gibt zum Beispiel viele Aufträge die wir mit dem Fokus eher so Tischlerei, die wir z.B.

00:34:16: ganz klar ablehnen weil wir das nicht können, dass dann ein anderer Fachbetrieb machen muss.

00:34:22: Also gerade wenn ... Reparatur findet ja auch viel im Gebäudesektor zum Beispiel statt und das kann das Beispiel von eben der Wasserschaden sein vor dem man sich einfach absichern möchte.

00:34:35: aber das kann eben Ja, das sind die Maschinen, die man dafür braucht.

00:34:40: Das sind die Kompetenzen... Also ich glaube da sind wir unerlässlich.

00:34:47: Was muss denn gegeben sein damit Reparatur-, Aufarbeitung oder auch Umnutzung für Betriebe wirtschaftlich leistbar bleibt?

00:34:54: Da würde ich ganz klar antworten die Kosten wie Umweltschäden, CO²-Steuer.

00:35:04: Also Entsorgungskosten müssen in den Produktionsprozess eingepreist werden.

00:35:08: Dinge wie graue Energie... also da sind ganz viele Kosten, die aktuell in unserem Berechnungsmodell nicht einberechnet werden.

00:35:20: und wenn wir die einberechnen würden dann würde niemand mehr fragen, ob man das repariert oder nicht.

00:35:27: Sondern dann hätten wir da eine ganz andere Kultur.

00:35:32: Da muss also was passieren?

00:35:33: Welche Rolle können Repair Cafés dabei spielen?

00:35:35: Reparaturbereitschaft, Ressourcenbewusstsein und praktisches Wissen auch zu stärken?

00:35:42: Ja ... Wir können viele Denkanstöße geben.

00:35:46: Wir können zum Beispiel sagen, was unsere Erfahrungen sind mit Produkten oder ob man da nicht vielleicht irgendwas Nachhaltigeres nehmen kann.

00:35:55: Wir versuchen da schon Überzeugung dabei zu leisten.

00:35:58: Schlussendlich müssen die Menschen selber mit den Füßen abstimmen, was möchte ich eigentlich haben?

00:36:07: Möchte ich ein nachhaltiges Produkt haben?

00:36:10: Es wird teurer sein!

00:36:11: Das ist schon mal sicher.

00:36:14: Vielleicht brauchen wir einfach ganz neue Denkanstöße wie wir zukünftig mit diesen Sachen verfahren.

00:36:23: Im Moment ist es so, wir nennen das geplante Obstoleszenz, dass nach einer bestimmten Zeitgeräte kaputt gehen.

00:36:29: Wenn wir jetzt dem Hersteller ein Schnipchen schlagen und sagen, wir kaufen nichts mehr von dir – wir mieten nur noch!

00:36:37: Dann würde das automatisch bedeuten diese Waschmaschine wird ab dann zwanzig Jahre halten.

00:36:45: Darum rum lassen sich viele Infrastrukturen aufbauen.

00:36:48: Es muss ein Vermiet-Service geben, es muss ein Reparaturservice geben.

00:36:53: Also es wird viele Arbeitsplätze schaffen und das wird sie nicht vernichten.

00:36:57: Das wäre zum Beispiel eine Idee, die finde ich sehr attraktiv!

00:37:02: was ich bei den Repair Cafés ganz cool finde.

00:37:05: Du hast es ja mal gesagt, wenn ich damit irgendwas komme ... Ich muss selber auch mal das Werkzeug in die Hand nehmen und ich glaube einfach, ich persönlich hab zwei linke Hände.

00:37:16: Ja ist so!

00:37:17: Ich habe immer Angst, ne?

00:37:18: Ich bewunder andere Menschen, die einfach dann nach vorne gehen und das aufschrauben und so... Und ich hab da immer tierische Angst.

00:37:25: Und ich glaube, dass geht auch ein bisschen darum dass ihr den Leuten vermitteln möchtet, Mensch, habt keine Angst.

00:37:31: Geht es selber an?

00:37:32: Ihr könnt viel selber ... Traut euch!

00:37:34: Genau.

00:37:35: Angst ist schlecht aber Respekt ist gut.

00:37:38: Also Respekt auf jeden Fall, ne?

00:37:40: Man sollte da den Stecker auch nicht in der Dose haben und so... Aber das bemerk ich bei mir immer, dass ich viel zu vorsichtig vorgehe und mich dann nicht ran traue.

00:37:49: Und ich glaube, da nimmt man natürlich einem die Angst, wenn ihr sagt hier Machen wir selber unter Anleitung, die und die Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

00:37:59: Mach mal den ersten Schritt nicht, helft ihr bei weiteren Schritten?

00:38:02: Wir sitzen daneben, es kann nichts passieren.

00:38:04: Es ist eine sichere Umgebung, es gibt Personenschutz dazu ... Also niemand wird da zu Schaden kommen.

00:38:12: Und dann, wenn die Leute das selbst aufschrauben, gucken da rein, sehen das in Leben.

00:38:18: Sehen was da wirklich drin passiert!

00:38:21: Das ist für viele Leute einfach das erste Mal.

00:38:24: Die haben keine Vorstellung, oder die meisten haben keine vorstellungen was eigentlich in den Geräten passiert?

00:38:31: Nach der Reparatur entwickelt man plötzlich ein persönliches Verhältnis zu seinem Staubsauger oder was auch immer.

00:38:38: dann wird man bestimmte Sachen einfach nie wieder tun zum Beispiel zu feststerben Kabel reißen weil wenn sie den Schaden dazu sehen dann wird er plötzlich transparent.

00:38:50: Also jeder geht bei uns und hat was gelernt.

00:38:53: Und hat danach auch keine Angst mehr.

00:38:55: So eine Form der Wertschätzung gegenüber der Technik dann?

00:38:59: Richtig, richtig

00:39:00: ganz wichtig!

00:39:01: Nick du wolltest dazu auch noch etwas sagen ne?

00:39:03: Ja genau also für mich das ist auch etwas was ich so bei Repair Cafés super super cool finde.

00:39:08: also dass dieses so in Verbindung treten was an diesen Orten ja geschieht, da lernen sich Menschen kennen.

00:39:16: Menschen lernen aber auch Objekte kennen, bauen zu beidem eine Verbindung auf.

00:39:21: und so dieses ich schraubt etwas auf, ich repariere was irgendwie selber oder ich bin hautnah dabei und mache ein bisschen mit.

00:39:27: das führt ja auch so zu einer Form der Selbstwirksamkeit.

00:39:30: hey dass war Ich habe das repariert und das sind glaube ich alles Schlagworte die ich bei so einer Frage des guten Lebens Verorte und ich glaube, dass wir von Repair Cafés auf jeden Fall lernen können.

00:39:42: Dass reparierende ganze Menge Spaß macht um vielleicht sogar mich noch mehr mit Freude erfüllt als neues Objekt zu kaufen wo ich einmal kurz einen Dopaminstoß habe für die ersten zwei Wochen Aber danach verfliegt das.

00:39:58: Daniel, wo wir jetzt gerade bei diesem ganzen Thema reparieren sind, gibt's nicht irgendeine Regelung EU-mäßig oder so mit Reparatur?

00:40:05: Dass das repariert werden muss kann soll ... hab ich zumindest mal irgendwo gehört!

00:40:10: Es schwebt

00:40:10: auch irgendwie die ganze Zeit schon.

00:40:11: über dieser Folge würde ich sagen, dass immer es muss sich was ändern und ist ja etwas im Gange EU weit.

00:40:16: Die Frage ist... Und ich glaube, da hat man auch schon ein bisschen rausgehört die ganzezeit.

00:40:19: euch beiden reicht es auf jeden Fall nicht, oder?

00:40:21: Nein,

00:40:21: auf keinen Fall.

00:40:23: Und diese europäischen Vorgabenhersteller müssen Reparaturen erleichtern und vor allem Informationen bereitstellen.

00:40:30: Das ist ja diese Dokumentation, da habe ich immer so ein bisschen Angst, Nick.

00:40:33: Was bedeutet das für einen kleinen oder mittleren Betrieb?

00:40:38: Ist das überhaupt realistisch leistbar wenn künftig dann noch viel mehr Dokumentationspflichten entstehen?

00:40:44: Geht das überhaupt?

00:40:45: Also ich würde sagen wir müssen jetzt schon zu viel machen aber gleichzeitig ... Also am Thema gebrauchtem Material kann man das eigentlich gut sichtbar machen.

00:40:57: Wenn Gebäude abgerissen werden soll, dann kommt ein Gutachter und er stellt erst mal einen Gutachten darüber was für Schadstoffe da im Gebäud sind.

00:41:05: Und dann kann es sein dass mein Material eben eine Schadstoffklasse bekommen hat die bedeutet ich muss es entsorgen und ich kann es nicht weiter verwenden.

00:41:14: Das macht erstmal total Sinn weil ansonsten kommt zum Beispiel Studio von Magora und baut daraus weiß ich nicht, Möbel in der Kita und dann nimmt das Elend sein Laufen.

00:41:25: Das wollen wir alle nicht.

00:41:26: Und da macht diese Regelung total viel Sinn.

00:41:31: Wenn aber der Gutachter durchs Gebäude geht und nichts beprobt sondern alles nach Sicht macht ... Dann wird zum Beispiel eine Diele mit Ochsenblut drauf als Schadstoff Klasse V klassifiziert obwohl ich da bedenkenlos von essen kann so.

00:41:46: Ich glaube ja Also es ist sehr vertrackt.

00:41:52: Aber ich glaube nicht, dass man jetzt alle Regularien per se verteufeln sollte denn die nutzen ja schon auch viel.

00:42:00: Besteht da auch die Gefahr des Betriebe?

00:42:01: Die eigentlich ressourcen schon und arbeiten durch hohe Nachweis- und Dokumentationsanforderungen dann auch so ein Stück weit ausgebremst werden?

00:42:08: Das klingt ja auch schon so bisschen raus.

00:42:09: Ja also ganz definitiv werden wir da super ausgebremst aber... Genau.

00:42:15: Mich persönlich regt dann zum Beispiel viel mehr auf oder stört vielmehr, dass die Materialien nicht beprobt werden und ich muss ein neues Gutachten beauftragen weil ich das als Handwerker sehe, hey, das ist Oxenblut, da ist nichts Giftiges dran!

00:42:31: Als Beispiel... Da wird ein neues gutachten gemacht und dann kommt raus, ich kann es doch verwenden so ne?

00:42:38: Aber das kostet wieder zwei Monate Zeit und kostet Geld.

00:42:45: wenn ich da normal wirtschaftlich konkurrieren müsste, dann wär das ja schon raus.

00:42:52: Und es heißt, die Gefahr ist definitiv da und ... Solange es aber die Menschen gibt, die mit ganzen Abteilungen darauf schauen wie sie diese Regularien umgehen können wird es glaube ich dazu führen dass dieser Regularienberg immer größer wächst.

00:43:13: Empörungen nicht gegen die Regularien richten, sondern wir sollten uns über die empören.

00:43:18: Die sich immer wieder neue Wege drumrum finden und bewusst sich fehlverhalten.

00:43:23: Was gerade schon gesagt, Regularien und Regeln nicht verteufeln?

00:43:27: Was müssten sie denn leisten so eine Regulierung damit Sie Kreislaufwirtschaft ermöglicht ohne handwerkliche Betriebe völlig zu überfordern?

00:43:33: Ja also ich glaube noch mal wieder so Kosten von Umweltschäden bei Materialien mit Einpreisen.

00:43:41: Also man merkt es jetzt schon Es gibt viele Betriebe, die jetzt zum Beispiel Dach der Karreien oder so, die auch gebrauchte Dachstühle sich sichern als Material.

00:43:55: Weil das ... weil die Neuware eben zum einen qualitativ schlechter ist, weil das Holz wesentlich schneller gewachsen ist und so weiter.

00:44:02: Und zum anderen eben es immer schwerer wird diese Materialien zu beschaffen.

00:44:08: also... Wenn wir das jetzt noch mit Steuern und Kosten auf Umweltschäden, Aufentsorgung usw.

00:44:17: belegen.

00:44:18: Also wir müssen da den Markt regulieren damit wir am Markt auch diese Dienstleistungen anbieten können.

00:44:25: Ich möchte mal zusammenfassen.

00:44:27: also das Recht auf Reparatur ist ein wichtiger Baustein funktioniert aber nur gemeinsam mit guter Produktgestaltung Fachwissen und wirtschaftlich tragfähigen Strukturen.

00:44:36: gleichzeitig werden künftig auch Dokumentationen und Rückverfolgbarkeit wichtige etwa bei sekundär Rohstoffe vorbehandelten Materialien, Schadstoffen oder Herkunftsnachweisen.

00:44:46: Der Regulierung sollte Kreislaufwirtschaft ermöglichen und nicht ausgerechnet die Betriebe überfordern, die sachlich zur Zielerreichung beitragen?

00:44:53: Jetzt habe ich mal eine Frage an alle was müsste passieren?

00:44:56: also Daniel dich mal ausgenommen unsere beiden Experten meine ich.

00:44:59: Was müsste passieren damit reparieren für uns alle wieder normal wird?

00:45:03: Reimond fang du gerne an!

00:45:05: Was musst du einfach konkret passieren?

00:45:07: Wir können uns nicht in die guten alten Zeiten zurückversetzen, wo alles das was man sich erarbeitet hat einen Wert hat.

00:45:15: Niemand hat früher einfach das Geld aus der Tasche gezogen neues Fahrrad gekauft.

00:45:20: Früher hat man dafür gespart.

00:45:21: Danach hatte dieses Fahrrad einen Wert und hatte einen persönlichen Bezug Und es wurde sehr viel wert darauf gelegt dass das lange hält und gut gepflegt wird.

00:45:31: Das haben wir unserer jetzigen schnellebenen Gesellschaft überhaupt nicht mehr.

00:45:35: Es gibt Nichts mehr, wo man sagen würde.

00:45:38: Da hängt mein Herz dran!

00:45:40: Auch nicht an einem Smartphone.

00:45:42: Obwohl die ganze Identität und das Leben da drauf ist.

00:45:46: Aber ... es ist halt verlockend mal eben umkubieren.

00:45:50: Neues Handy ist ja im Fahrtrag mit drin.

00:45:53: Und was mit den Alten passiert?

00:45:55: Da gibt's große Recyclingprobleme.

00:45:58: Was muss denn jetzt passieren, dass sich Menschen ändern?

00:46:02: Hast du da Hoffnung?

00:46:03: Ja, man

00:46:03: musste ...

00:46:05: Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es doch immer.

00:46:07: Ja ich

00:46:07: sag mal wir geben nicht auf.

00:46:09: also

00:46:10: man muss schon an diesem Thema Wertschätzung arbeiten.

00:46:13: das was man wirklich in Händen hat hat einen Wert.

00:46:16: leider hat erst den Wert wenn da auch für bezahlt wird.

00:46:20: Wenn man dafür gespart hat wenn man darauf hingearbeitet hat dann bekommt das einen Wert.

00:46:26: wenn alles umsonst und dem Überfluss gibt Dann hattest diesen Wert nicht.

00:46:32: Und dann sind Produkte absolut ersetzbar.

00:46:35: Nick aus deiner Sicht, was müsste passieren damit reparieren für uns alle normaler wird?

00:46:39: Ja ich würde mich dem total anschließen.

00:46:42: also eigentlich wie so einleitend gesagt.

00:46:45: Wir brauchen diesen Kulturwandel und ich glaube auch dass das sehr stark mit der Wertfrage verbunden ist welchen Wert bemessen wir den Dingen die es heute schon gibt?

00:46:59: Welchen Wert benessen wir neuen Dingen?

00:47:02: Welchen Wert bemessen wir der Umwelt?

00:47:04: Und ich glaube, das ist untrennbar damit verbunden.

00:47:09: Dass wir uns ja, dass wir mal auf die Bremse drücken alle und uns überlegen hey was macht eigentlich ein gutes menschliches Leben aus?

00:47:19: wie möchte ich eigentlich leben?

00:47:20: und Ich glaub nicht, dass die meisten Menschen dann sagen Ja ich will noch zwei Smartphones mehr und fünf Bildschirme sondern ich glaube da sind andere Dinge wie zum Beispiel zwischenmenschliche Begegnungen, Freundinenschaften.

00:47:34: Solche Dinge das sind glaube ich die Antworten, die diesen Kulturwandel ausmachen.

00:47:40: und ja ich glaube diese Frage nach dem guten Leben müssen wir stellen, müssen wir alle für uns beantworten und danach unser Handeln ausrichten und dass müssen wir besser gestern als heute tun.

00:47:53: Was braucht es, damit Handwerksbetriebe ihre Rolle in Reparaturaufarbeitung und auch in der Kreislaufwirtschaft noch stärker ausfüllen können?

00:48:00: Also ich würde sagen, das braucht schon nochmal eine kritische Auseinandersetzung mit der Industrie und der Nähe zur Industrie.

00:48:06: Also viele Handwerkesbetrieben gerade so im Tischstellerei-Bereich wachsen ja eher und kaufen sich große Produktionsanlagen ... Ich glaube, so werden wir auch eher ausgebildet.

00:48:21: und ich glaube auch da müssen wir uns fragen, hey brauchst das?

00:48:26: Muss mein Betrieb so wachsen?

00:48:28: Brauche ich diese neuen Maschinen die wieder mit Kosten verbunden sind.

00:48:33: Da muss ich wieder mehr Aufträge annehmen um das abbezahlen zu können usw.

00:48:38: Und dass wir uns auch da die Frage nach dem richtigen Maß stellen und uns fragen wie will ich eigentlich arbeiten was will Ich eigentlich bauen was macht mir Spaß zu bauen?

00:48:49: Ja, auch da so ein bisschen auf die Bremse treten damit wir uns eigentlich wieder leisten können Dinge zu reparieren.

00:48:58: Damit wir wieder Zeit haben um Dinge zu reparieren.

00:49:03: Wir nehmen mit reparieren ist mehr als nur Nachhaltigkeit.

00:49:06: es geht um Ressourcen Wertschätzung und darum Produkte möglichst lange sinnvoll zu nutzen.

00:49:11: dazu tragen unterschiedliche Akteure bei Handwerksbetrieben mit professioneller Reparatur Wartung Aufarbeitung Anpassungen Und Umnutzung

00:49:19: Ja und auch die Percafés mit Aktivierungen, praktischer Hilfe, Wissensvermittlung und Ressourcenschonung dort wo Reparaturen wirtschaftlich eben nicht mehr darstellbar sind.

00:49:28: Entscheidend ist die jeweiligen Rollengrenzen und Schnittstellen klar zu benennen ohne eine Konkurrentsituation zu konstruieren.

00:49:35: Wir bedanken uns an dieser Stelle jetzt erst mal für die Einblicke.

00:49:38: Einmal natürlich bei Nick Potter vom Studio Formagroha aus Münster und bei Reimond Jakobsmaier von Repaircafe-Münster, erstmal euch beiden vielen, vielen Dank für den Besuchen!

00:49:49: Wir haben wirklich Daniel eine Menge mitgenommen ne?

00:49:51: Das denke

00:49:52: ich allerdings auch bis zur nächsten Folge lohnt sich im Blick auf das Portal zur Kreislaufwirtschaft.

00:49:56: da können wir uns weitere positiv Beispiele anschauen was sich einige Firmen hier aus dem Münsterland schon ausgedacht haben und woran sie arbeiten um den Kreislauf weiter zu optimieren.

00:50:05: Schaut ihr gerne einfach mal vorbei, go.münsterland.com slash kreislaufwirtschaft.

00:50:10: Den Link findet ja auch noch in den Shownotes.

00:50:12: Und das Projekt Kreislauch Wirtschaftsregion Münsterland wird mit Mitteln der Europäischen Union und vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

00:50:22: Projektpartner

00:50:22: sind die Fachhochschule Münster, die Handwerkskammer Münster ,die Industrie und Handelskammer Nordwestfalen.

00:50:27: Und

00:50:29: ganz wichtig, teilt den Podcast gerne mit Freunden und Bekannten.

00:50:32: Das ist der erste Schritt mehr darüber sprechen damit sich in Sachen Kreislaufwirtschaft noch mehr in die richtige Richtung bewegt!

00:50:38: Wir bedanken uns auf jeden Fall für den Input, den wir ja heute bekommen haben und danke sagen natürlich auch fürs Zuhören und würden uns freuen wenn ihr auch in der nächsten Folge wieder dabei seid.

00:50:47: bis dahin macht's

00:50:48: gut.

00:50:48: das Münsterland hat kreislauf Der Podcast der Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland und der Lokalradios im Münster Land.

00:50:58: Infos, Videos

00:50:59: und mehr auf go.münsterland.com slash kreislaufwirtschaft.

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