Zirkuläres Bauen – Das neue Normal?
Shownotes
In dieser Folge geht es um die Chancen und Herausforderungen des zirkulären Bauens. Wir sprechen mit Expertinnen aus der Bauwirtschaft über ressourcenschonendes Bauen, die Bedeutung des Gebäudebestandes und die Wiederverwendung von Baustoffen. Sie zeigen, warum „Alt nicht schlecht ist“ und wie nachhaltige Baukonzepte bereits heute umgesetzt werden können. Außerdem erhalten Sie praktische Tipps für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen im Alltag.
Alltagstipps, Videos und weitere Informationen zur Kreislaufwirtschaft: https://go.muensterland.com/kreislaufwirtschaft
Podcast: Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland in Kooperation mit den Lokalradios im Münsterland Cover Copyright: Münsterland e.V.
Partner im Verbundprojekt: Fachhochschule Münster, Handwerkskammer Münster, IHK Nord Westfalen, Münsterland e.V.
Das Projekt Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland wird mit Mitteln der Europäischen Union und vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Quellen: Büscher Group: https://www.muensterland.com/kreislaufwirtschaft-muensterland/pioniere/unternehmensgruppe-buescher/
Transkript anzeigen
00:00:00: Das Münsterland
00:00:01: hat Kreislauf.
00:00:02: Du auch?
00:00:04: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts zur Kreislaufwirtschaft!
00:00:09: In den vergangenen Folgen haben wir uns bereits mit verschiedenen Aspekten beschäftigt, unter anderem mit dem Reparieren statt wegwerfen und mit Textilien im Kreis lauf.
00:00:18: als ihr die folgen noch nicht kennt hört gerne noch einmal rein.
00:00:22: Heute geht es um einen Bereich, der uns alle betrifft.
00:00:24: Das Bauen.
00:00:25: Gebäude brauchen große Mengen an Rohstoffen, Energie und Fläche.
00:00:28: Gleichzeitig entstehen beim Bau und beim Abriss enorme Mengen am Material die oft nicht wieder verwendet werden.
00:00:34: aber muss wirklich immer neu gebaut werden.
00:00:37: wie können Gebäuden so geplant werden dass sie lange genutzt umgebaut und später leichter zurückgebaut werden können?
00:00:44: Welche Rolle spielen da bei Recycling?
00:00:46: Baustoffe, digitale Materialpässe und neue Bauweisen.
00:00:50: Darüber spreche ich heute mit zwei Expertinnen der Fachhochschule Münster Sabine Flammer und Franziska Struck.
00:00:56: Herzlich willkommen!
00:00:59: Sabine, fangen wir mit dir an.
00:01:01: Stell dich bitte mal kurz vor wer bist du was machst du in der Fachhochschule Münster und welche Rolle spielt zirkuläres Bauen bei deiner Arbeit?
00:01:07: Ja
00:01:07: das mache ich gerne!
00:01:09: Mein Name ist Sabine Flambe.
00:01:10: ich bin Bauingenieurin von Haus aus.
00:01:12: Ich leere und forsche an der FA im Münster.
00:01:14: Ich bin dort im Fachbereich Bauprofessorin für den Bereich Stoffstrom- und Ressourcenmanagement .
00:01:19: Ich bin auch noch Sprecherin des Vorstandes des IVARU Das ist das Institut für Infrastruktur Wasserressourcen und Umwelt Und dort leite ich die AG ressourcen.
00:01:29: Wir sind dort neunzehn Personen, die in diesem Bereich forschen und wir forschen in ganz unterschiedlichen Bereichen der Zirkularität unter anderem auch an Projekten zum zirkulären Bauen.
00:01:41: Und diese Forschung geht auch in die Lehre ein und wir haben in den letzten Jahren neue Module für unsere Studierenden aufgebaut, nämlich das Kreislauf Antierte-Bauen und auch Ressourcerückbau.
00:01:50: Franziska, wie sieht's bei dir aus?
00:01:52: Was machst du an der Fachhochschule?
00:01:54: Ich bin Nachwuchsprofessorin für Zirkuläres Bauen im Fachbereich Bau-Engineurwesen.
00:01:59: Das heißt, an der Hochschule bin ich im Bereich des zirkulären Bauns tätig in der Forschung, habe einzelne Forschungsprojekte und vor allem in der Lehre und diskutiere da in verschiedenen Modulen mit Studieren das Thema Zirkulares Bauen und Betreuer, Bachelor, Projektarbeiten und Masterarbeiten.
00:02:17: Also das bedeutet ganz konkret was du als Nachwuchsprofessorin für zirkuläres Baunder machst.
00:02:22: Genau richtig und das Besondere dabei ist in Nordrhein-Westfalen, dass als Nachwachsprofessoren an einer FH hierbei nicht nur die Tätigkeiten an der Hochschule vorkommen sondern vor allem auch die Praxiserfahrung in der Industrie eine Rolle spielt und da bin ich als Projektleiterin für Innovation bei der Brüningroff-Grupp tätig.
00:02:39: Das heißt ich habe sechzig Prozent momentan in derindustrie einen Job und vierzig Prozent an der FH und kann so mit beiden Stellen kombiniert sowohl in der Lehre und Forschung Ja, in der Industrie das Thema Kreislauffähigkeit und zirkuläres Bauen mit einbringen.
00:02:54: Sabine!
00:02:54: Und wir sprechen ja heute über Zirkuläres Bauen.
00:02:57: Kannst du es mal für mich ganz einfach erklären?
00:02:59: Ich will nicht sagen wie bei der Sendung Mit der Maus aber dass ich's auch verstehe.
00:03:03: was bitte heißt das eigentlich?
00:03:04: Zirkulares Bauten?
00:03:07: Zirkulär aus Bauern heißt, dass wir hier einen ganzheitlichen Ansatz zur Planung, Errichtung, Nutzung, Entstandsetzung und zum Rückbau von Bauwerken verfolgen.
00:03:17: Das heißt wirklich ein Kreislauf uns anschauen!
00:03:20: Bei dem wollen wir gerne, dass der Verbrauch von Ressourcen minimiert wird.
00:03:24: Das schaffen wir darüber, dass die Nutzungsdauer zum Beispiel von Bauwerken und Bauteilen verlängert wird.
00:03:30: Dass wir Materialien mögt ist lange im Stoffkreislauf nutzen und das die dort gehalten werden so dass z.B.
00:03:36: Baukonstruktionen auch später wieder in neue Planung gehen können oder Materialien recycelt werden und wieder als neue Baustoffe in neue Bauwerke gehen.
00:03:46: Eine Nachfrage von mir.
00:03:47: Geht es da auch um die Qualität der Materialien teilweise?
00:03:52: Es geht natürlich auch um das Materialien, aber wir müssen schauen wann gebaut worden ist und wie wir bauen werden.
00:03:57: Wenn wir unsere Gebäude aus den Siebzigerjahren uns anschauen, dann ist manchmal nicht so geeignet, dass wir sie direkt wieder einsetzen können.
00:04:07: Von daher schauen wir auf Qualitäten natürlich auch.
00:04:10: Franziska, warum ist die Ressourcenverbrauch beim Bauern ein so wichtiges Thema?
00:04:14: Kannst du die Größenordnung für unsere Hörerinnen und Hörermann einordnen?
00:04:18: Sehr gerne.
00:04:18: Wenn wir uns anschauen kann man sagen dass der ressourcen verbraucht des Bauwesens der größte in Deutschland ist.
00:04:24: also wir haben so circa fünfhundert Millionen Tonnen mineralischen Rohstoff Verbrauch jedes Jahr und das macht sechzig Prozent aus von allen Ressoursen die wir in Deutschland so verbrauchen.
00:04:36: Und wenn wir dann gleichzeitig anschauen, was da an Abfällen entsteht – du hast es eingangs schon angesprochen.
00:04:41: Dann sind das so circa zweihundert Millionen Tonnen jedes Jahr die dann auch wieder fünfzig Prozent des Abfallaufkommens insgesamt ausmachen.
00:04:49: Also das heißt zu Hause versuchen alle irgendwie Abfälle zu vermeiden und unseren Müll zu sortieren.
00:04:55: aber wenn wir schauen welchen Anteil macht das eigentlich aus?
00:04:58: dann sehen wir, dass der Bausektor da einfach noch mal einen ganz großen Einfluss hat.
00:05:02: Und das ist nicht nur in diesem Ressourcenbereich so, sondern es spielt sich auch in Sachen wie CO²-Emissionen wieder, weil wir zum Beispiel vierzig Prozent der Treibhausgasemission insgesamt im Bausektor haben und dementsprechend haben wir einen sehr großen Hebel hier.
00:05:15: Und Sabine?
00:05:15: Es gibt ja dann auch den Bestand!
00:05:17: Sind das Gebäude die es schon gibt also keine Neubauten?
00:05:21: Ja, der Bestand sind Gebäude die wir eh schon bewohnen oder die einfach da sind.
00:05:26: Ein großer Hebel für die Ressourcenschone liegt definitiv im Bestand weil in den bestehenden Bauwerken ja schon mineralische und auch metallische oder sonstige Rohstoffe verbaut sind Und in diesen Baustoffen steckt ja schon sehr viel Energie, steckt sehr viel CO².
00:05:40: und wenn wir das natürlich weiter nutzen also wir können nie so viel einsparen außer wir nutzen sie halt sehr lange.
00:05:46: Das bedeutet im Prinzip dass der Bestands ein ganz wichtiger Punkt.
00:05:51: Wenn der Bestand nicht weitergenutzt werden kann, dann betrachten wir trotzdem diese Materialien, die dort verbaut sind als anthropogenes Lager.
00:05:59: Anthropogenes lager heißt von Menschen gemacht.
00:06:02: Wir haben uns unsere eigene Mine aufgebaut.
00:06:05: wenn wir Kreislauf orientiert bauen oder zirkulär bauen so dass wir mit unseren Materialien auch wieder neue Bauwerke bauen können
00:06:18: Finde ich ja total spannend.
00:06:19: Platt gesagt nicht, dass man alles abreißt und alles nicht mehr weiter nutzt sondern das es wirklich dann auch Materialien gibt und Sachen die man halt noch mal weiter nutzen kann für einen weiteren Bauhalt.
00:06:30: Bauen ist ja auch ein Stück weit Verantwortung.
00:06:33: Franziska Wie genau ist das gemeint?
00:06:35: Wenn
00:06:36: ich überlege wie ein Gebäude aussehen soll dann stellt man sich natürlich schnell die Frage wozu dient dieses Gebäudepaub überhaupt?
00:06:41: wie muss das entworfen werden welche Nutzung?
00:06:44: wie sieht das vielleicht schön aus?
00:06:45: wie möchte ich das ganze gestalten?
00:06:47: aber aber wir müssen eben, wie glaube ich die Zahlen, die ich gerade dargestellt habe auch zeigen und uns auch überlegen dass dieses Bauen eben ein Teil Verantwortung bedeutet.
00:06:55: Nämlich Verantwortung für die Emissionen, die entstehen, Verantwortung für Rohstoffe, die Ich da verbrauche.
00:07:00: Und natürlich sollte ich das Gebäude so gestalten, dass ich es bestmöglich nutzen kann.
00:07:04: Aber ich sollte mich halt nicht nur fragen Wie kann ich am kostengünstigsten Bauen bezogen auf ökonomische Faktoren also auf den Preis sondern eben zum Beispiel auch auf Ressourcen oder ökologische Kosten?
00:07:14: Das heißt ich sollte eine Möglichkeit dieses Gebäude so zu gestalten, dass es zirkulärer ist.
00:07:20: Gibt's eine Möglichkeit Materialien einzusparen?
00:07:23: Gibt´s eine Möglichkeit, Materialien zu verwenden die weniger CO-Zwei emitieren?
00:07:27: und so hat man quasi in diesem Baubereich auch die Verantwortung das Gebäuderesourcen gerecht zu gestalten.
00:07:34: Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen schwer aber ich sage den Studierenden halt immer, das ist eine große Verantwortung die wir da haben.
00:07:41: Wir arbeiten in einem Sektor, der für so viel verantwortlich ist.
00:07:44: Aber das heißt umgekehrt auch, dass wir einen großen Gestaltungsfreiraum haben.
00:07:47: Es ist ja immer die Frage, was möchte ich mit meiner beruflichen Tätigkeit tun?
00:07:51: Und hier hat man wirklich die Möglichkeit sich einzubringen und in der Gesellschaft viel zu gestalten.
00:07:56: Deswegen würde ich diese Verantwortung gar nicht als negativ und drückend sehen, sondern auch als Möglichkeit, die Verantwortung zu nutzen und viel
00:08:04: zugestalten.".
00:08:06: Also das, was es schon seit ganz vielen Jahren gibt.
00:08:08: Beispielsweise dass man halt eine gewisse Wärmedämmung einsetzt.
00:08:12: Niedrig-Energiehäuser und so weiter.
00:08:13: Das ist ne Sache die gibt's schon sehr lange.
00:08:16: Und geht das zirkuläre Bauen denn noch ein Stückchen weiter?
00:08:20: Dass es auch um die Materialien geht, die da verbaut sind, dass man die irgendwann wieder verwenden kann?
00:08:24: Ja,
00:08:24: lange Jahre haben wir eigentlich immer auf die Energie geschaut.
00:08:28: Die wir in der Nutzungsphase haben.
00:08:30: Wir haben aber nie geschaut wie wir irgendwie bauen.
00:08:33: Wenn wir Passivhäuse haben dann kommt viel mehr darauf an, wie wir bauen.
00:08:37: Weil dann steckt die ganze Energie eigentlich im Baumaterial oder dem was dort verbaut ist und nicht in dem was wir ja letztendlich praktisch mehr oder weniger über die Zeit als zum Beispiel Heizenergie brauchen.
00:08:47: Und deswegen bekommt das Baum Material oder wie wir bauen die Baukonstruktion bekommt eine deutlich höhere Bedeutung.
00:08:53: Sabine, sag mir doch mal welche Anforderungen sollte denn ein Gebäude erfüllender Mitbauteile später getrennt ausgebaut und möglichst wiederverwendet werden können?
00:09:01: Ja, am besten wäre es ein VModular-Bachon.
00:09:04: Das heißt also dass wir in Standardmaßen in irgendeiner Form die Dinge zusammenbringen das wir mit solchen Standardmaßnahmen nachher auch weiter bauen können.
00:09:13: Wichtig wäre, dass wir auch trennbare Verbindungen haben in diesem Bereich und wünschenswert wäre auch dass wir eine Dokumentation haben weil ein Bauwerk ist nicht eine Verpackung die ungefähr ich sag mal ein halbes Jahr unterwegs ist und dann den Kreislauf wieder schließt und zurück kommt sondern ein Bauwerke ist nun mal halt länger in Betrieb wie man so schön sagt.
00:09:31: Und deswegen wäre es auch wünschenswert, dass wir eine Dokumentation haben und zu wissen was ist denn da eigentlich verbaut um demjenigen der nachher saniert entstand setzt oder zurückbaut.
00:09:40: Auch irgendwas an die Hand zu geben damit er eine Blaupause hat und dann zum Beispiel dann auch zu wissen wo ist was mit welchem Material ihn verbaut?
00:09:47: Ich wollte sagen ich habe das schon mal gehört.
00:09:49: also wir hatten ja eine Folge beispielsweise zum Thema Recycling beispielsweise Staubsauger oder auch Elektrogeräte.
00:09:59: man erstmal einen Bauplan hat und erst mal weiß, wie man das repariert.
00:10:03: Und da kam auch glaube ich dieses Thema zur Sprache mit dem Design, dass man sich zwar ganz wilde Gedanken macht für irgendwelche Designgeschichten aber dass die Kompatibilität dann irgendwann fehlt und das ist beim Recycling dann auch schwermacht.
00:10:19: Genau, deswegen brauchen wir wie gesagt schon eher Standard-Maße.
00:10:22: Genauso wie wir zum Beispiel irgendwelche Steckverbindungen oder Verbindungen für unsere Akkus oder sonstwie haben wo wir möglich zwischen verschiedenen Geräten zb auch switchen können.
00:10:32: also und da wäre es natürlich auch für einen Bau Da denken wir immer wir wissen nur unsere Individualität bis in die letzte Ecke ausleben.
00:10:39: aber ich glaube Individualität kann man auch ausleben wenn man mit Standardmaßen in irgendeiner Form variiert spielt
00:10:47: Weil es gibt ja so Architekten, die ganz wilde Geschichten machen.
00:10:51: Aber vielleicht kann man das auch dann mit einer gewissen Einheitlichkeit vereinbaren?
00:10:56: Also man verbindet damit immer, dass wir halt Platten bauten haben die dann alle gleich aussehen.
00:11:00: Ich glaube schon das man sich wenn man sich bemüht.
00:11:02: Man kann auch ich sage mal mit gewissen Standardmaßen kann man zum Beispiel anbaut und dann vorsehen so dass man dann auch sehr individuell unterwegs ist aber der größte Teil dann der Baukonstruktion wäre Standard und den könnte man letztendlich nach der Lebensdauer in dem einen Gebäude möglicherweise dann eben im anderen auch wieder verwenden.
00:11:18: Und ganz klar noch mal zu sagen, du hast es auch angesprochen.
00:11:22: Das ist kein Widerspruch mit Individualität!
00:11:25: Wir wollen da jetzt nicht allen hier reinen Haus sehen alle gleich aus, gleichen Maße aufschwatzen.
00:11:31: Darum geht's überhaupt nicht?
00:11:32: Nein darum gehts definitiv gar nicht.
00:11:33: das wird häufig dem Zirkulärenbauen nachgesagt dass das dann alles nachher gleich aussieht.
00:11:37: nein ich glaube dass man sehr kreativ sein kann aber was man trotzdem sich andere Gedanken zur ich sag mal Modularität dann auch machen sollte
00:11:46: und Franziska damit geht so ein Fachbegriff einher Design for Disassembly, das heißt beim Entwurf an den späteren Rückbau denken.
00:11:55: Was heißt das konkret?
00:11:56: Das bedeutet, dass man schon wenn man das Gebäude planen sich die Frage stellt wie kann ich das am Ende wieder rückbauen.
00:12:02: Und es ist vielleicht auch ein bisschen ungewohnter Gedanke denn ich beschäftige mich ja erstmal damit, dass ich jetzt dieses Gebäud bauen möchte und alle die da mit schon mal zu tun haben wissen das ist an sich schon aufwendiger Prozess.
00:12:12: Ich muss da die verschiedenen Leistungsphasen durchlaufen.
00:12:15: Ich brauche zunächst erst einmal eine Planung.
00:12:16: Ich muss mir überlegen wie das alles funktioniert?
00:12:18: Ich habe einen Tragwerk, ich hab ne Fassade, ich brauch nen Dach, ich brauche ne Gründung viele Anforderungen, was das Thema Energie angeht.
00:12:28: Was das Thema Brandschutz, Schallschutz usw.
00:12:30: angeht.
00:12:31: und jetzt kommen wir auch noch dazu und sagen okay jetzt bedenkt doch bitte bei der Planung auch noch dass man das Ganze wieder rückbauen sollte.
00:12:37: Aber das bietet natürlich viele Vorteile, weil man zum Beispiel auch in der Entstandssetzung dann Teile einfach wieder ausbauen und durch andere ersetzen kann.
00:12:46: Das heißt es gibt dann so untergeordnete Prinzipien die wir auch an unseren Vorlesungen den Studierenden vermitteln und dazu gehört es
00:12:53: z.B.,
00:12:53: dass man sich überlegt welche Teile des Gebäudes haben eigentlich welche Nutzungsdauer.
00:12:58: denn wir haben natürlich einen Tragwerk das irgendwie das Gebäude trägt.
00:13:02: das muss natürlich sehr stabil sein.
00:13:04: aber dann haben wir ja auch Bereiche wie zum Beispiel die Fenster und den kompletten Innenausbau, die vielleicht gar nicht so lange genutzt werden.
00:13:11: Und die vielleicht garnicht so untrennbar mit diesem Tragwerk verbunden sein müssen.
00:13:15: Sondern wenn ich die dann eben möglichst einfach wieder ausbauen kann... Wenn ich die ganzen Sachen dann wieder zurück in den Kreislauf führen kann, dann habe ich eben den Vorteil dass sich auch wirtschaftlich damit ja gut Darstähle und Vorteile erreichen kann, sodass dieses Prinzip gar nicht nur auf dem kompleten Rückbau ausgerichtet ist sondern eben auch im Betrieb zum Beispiel einen Vorteil bieten kann.
00:13:38: Und so gibt es dann quasi in diesem Planungsprozess verschiedene Prinzipien, die ich mit berücksichtigen kann und wo ich zum Beispiel angepasst an dieser Lebensdauer dann immer prüfen kann ob ich eine zirkuläre Planung umgesetzt habe.
00:13:49: Sabine wie ist das wenn ich jetzt Schraub- oder Steckverbindungen einsetze auf der anderen Seite?
00:13:55: Klebeverbindungen.
00:13:57: Was ist denn besser, wenn es dann irgendwann um den Rückbau geht?
00:14:00: Also gefühlt würde ich sagen Schraub- und Steckverbindung sind auf jeden Fall besser weil ich die Materialien ja wieder verwenden möchte.
00:14:06: Also
00:14:07: definitiv sind Schraub- und Steckverbindungen deutlich besser zu trennen als geklebt oder zum Beispiel verschweißte Verbindung.
00:14:14: Ich muss natürlich nachher noch das richtige Werkzeug haben, das ist natürlich notwendig und deswegen ist bei der Materialauswahl darauf zu achten dass man das möglichst umsetzen kann.
00:14:24: es gibt aber auch die Möglichkeit.
00:14:25: wir sind ja im Recycling unterwegs also wenn wir nicht komplette Baukonstruktionen ausbauen können dann kann man immer noch so bauen, dass wir Materialien so fügen.
00:14:35: Dass wir sie zumindest in einer Aufbereitungsanlage für das Recycling vorbereiten
00:14:40: können.".
00:14:40: Das heißt... Ich kann sie nicht eins zu eins wieder verwenden, sondern es muss erst in der Aufbereitung so eine Lage.
00:14:45: Es gibt Konstruktionen, die kannst du ausbauen und die können praktisch mehr oder weniger wieder eingebaut werden.
00:14:50: also wie gesagt wir...
00:14:52: Also daraus stecken hier wieder reinstecken?
00:14:54: Ja okay
00:14:55: ich habe gleich noch ein Beispiel
00:14:56: dazu aber geht nicht bei allen.
00:14:58: das ist ganz wichtig.
00:14:59: und dann kommen ein bisschen die wieder aufbereitet werden.
00:15:01: genau
00:15:01: es gibt wie gesagt dass sind so.
00:15:03: ich sage mal wir sind wir kommen aus einer Abfallherarchie.
00:15:06: das hört sich jetzt ein bisschen merkwürdig an aber da sind die.
00:15:08: ich sag mal die Stufen wiederverwenden.
00:15:11: oder wie können wir recyceln und wieder Verwendung steht natürlich über dem Recycling, dann muss ich es auch ausbauen können.
00:15:17: Und auch so wieder verwenden können.
00:15:19: die nächster Stufe wäre das Recyling aber trotzdem wäre es dann wichtig wenn Dinge miteinander verbinden, dann sollten sie auch in einer Aufbereitungsanlage trennbar sein.
00:15:27: Das heißt ich kann einen Sprödes mit einem elastischen Material zum Beispiel verbinden und dann kann ich wieder zwei Materialien daraus machen.
00:15:33: aber die kann nicht wieder verwenden sondern die kann sich dann wenn die Qualität gut ist wieder als Baustoff
00:15:39: nutzen?
00:15:39: Franziska welche Baustofe lassen sich denn besonders gut wieder verwende oder auch recyceln?
00:15:45: Und ja welche Rolle spielen dann beispielsweise Holz, Leben andere nachwachsender oder regionale Baustufe?
00:15:51: Das ist eine sehr gute Frage, weil ganz oft so ein bisschen gesagt wird wenn wir mit Holz bauen dann haben wir doch alles schon komplett erreicht und dann sind wir fertig.
00:15:59: Ich glaube es wird deutlich dass die Antwort nicht so eindimensional sein kann sondern wir brauchen tatsächlich weiterhin alle Baustoffe.
00:16:06: Wir leben eben in einer Welt wo es verschiedene Materialien gibt und diese verschiedenen Baustufe bringen ja auch verschiedene Eigenschaften mit.
00:16:13: Und ich glaube das Ziel muss es sein dass wir diese verschiedenen Baustoffe immer genau an den Punkten einsetzen wo sie ihre größte Vorteile haben.
00:16:21: Und letztendlich muss man sagen, am besten wiederverwendbar oder recycelbar sind dann die Materialien, die sich eben gut trennen lassen, die eine möglichst lange Lebensdauer und damit eine hohe Qualität haben und für die es dann entsprechende Prozesse auch gibt.
00:16:35: also zum Beispiel im Bereich Leben ist das so dass Leben ein Baustoff ist der sehr sehr gut auf Zirkularität eigentlich ausgelegt ist weil man diesen ja gut wieder anrühren und dann entsprechend auch neu ansetzen kann.
00:16:47: wir haben hier aber momentan das Problem nicht so viele industrielle Prozesse dafür gibt.
00:16:51: Also das heißt, wenn ich jetzt den Lehm von meiner Wand abgekratzt habe dann muss sich den tatsächlich selber wieder einsetzen weil ich den nicht irgendwo in der Sammelstelle abgeben kann wo er dann wieder erneut eingesetzt werden kann.
00:17:03: Umgekehrt gibt es zum Beispiel für PVC-Fenster, die ganz oft so im nachhaltigen Bau einen sehr schlechten Ruf haben aus Sicht der Zirkularität.
00:17:10: Ein Rücknahmesystem wo diese PVC Fensterrahmen eingesammelt und dann genau für die Produktion von neuen PVC Fensterahmen wieder eingesetzt werden.
00:17:19: also das heißt wir können hier eigentlich nicht nach konkreten Materialien unterscheiden und sagen dass eine Material ist gut oder das andere ist böse sondern ich muss Nicht fragen, mit was baue ich eigentlich sondern wie baue Ich?
00:17:31: und so kann ich quasi mit ganz vielen verschiedenen Lösungen auch Zirkularität erreichen.
00:17:35: Und das denke ich macht den Reiz aus weil es dadurch natürlich interessant ist und eben auch wieder diese vielfertige Gestaltung dann ermöglicht.
00:17:43: Franziska warum sind denn Verbundstoffe problematisch für die Kreislaufwirtschaft?
00:17:47: Ja, das sind nämlich genau dann die Materialien, die meistens untrennbar miteinander verbunden sind.
00:17:52: Das muss tatsächlich nicht so sein.
00:17:54: man kann auch lösbare Verbundkonstruktionen produzieren aber meistens und klassischerweise sind diese Verbundbaustoffe verschiedene Materialien die untrenNbar miteinander.
00:18:05: Das sollen sie ganz oft auch, weil Sie zum Beispiel starke Kräfte dann aufnehmen.
00:18:09: Also man muss auch sagen wir diskutieren manchmal mit unseren Kolleginnen und Kollegen die sich damit beschäftigen wirklich diese Verbunde auch herzustellen.
00:18:17: Man möchte ja auch dass die Dinge im Bau halten Und wie möchten Sie denn aber am Ende des Lebenszyklus eben wieder voneinander trennen?
00:18:23: Und das funktioniert bei den meisten Verbundbaustoffen nicht!
00:18:26: Wenn dann solche Materialverbindungen zusammen in die Entsorgungsprozesse kommen stehen wir vor Problemen Weil wir haben schon über Recycling gesprochen.
00:18:35: Recyclingverfahren sind natürlich auf einzelne Materialien ausgelegt.
00:18:39: Und wenn ich dann kein Recylingverfahren habe, das genau auf diese Kombination von Materialien, auf diesem Verbundstoff ausgelegt ist, dann weiß sich anschließend eigentlich nicht mehr was ich damit machen soll.
00:18:49: Sabine welche politischen oder auch rechtlichen Vorgaben treiben, denn das zirkuläre Bauern zurzeit vorran.
00:18:56: Wie wichtig sind beispielsweise das Qualitätssiegelnachhaltiges Gebäude kurz QNG?
00:19:01: Oder die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie in der Praxis?
00:19:05: Ich hatte vorhin ja schon gesagt wir haben erst mal das Kreislauch Wirtschaftsgesetz was so in dem Bereich unterwegs ist.
00:19:10: Was aber eigentlich sagt man denjenigen, der gerade baut eigentlich mittelbar trifft, aber nicht direkt.
00:19:16: Aber das Qualität segeln nachhaltiges Gebäude schafft vor allem die Verknüpfung zwischen einer staatlichen Gebäudeförderung, die einen konkreten Anreiz bietet letztendlich auch nachhaltig und Ressourcen schon zu bauen.
00:19:29: Man bekommt praktisch den Kredit und hat letztendlich, ich sage mal da dann eben auch Anforderungen zur Nachhaltigkeit und zur Ressourcenschonung umzusetzen.
00:19:37: Wir haben dann die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie.
00:19:40: Die setzt mehr so einen übergeordneten politischen Rahmen.
00:19:44: Und dort sind aber solche Dinge festgehalten wie Bestandserhalt, die Wiederverwendung von Bauteilen und der Einsatz von Recyclingbaustoffen in neuen Bauwerken.
00:19:55: Und die ist tatsächlich von unserer alten Bundesregierung noch beschlossen worden und jetzt im Juni dieses Jahres.
00:20:02: hat die neue Bundesregierung das eben auch aufgegriffen und hat einen Aktionsprogramm gestartet, um dann praktisch mehr oder weniger hier in die praktische Umsetzung zu kommen.
00:20:10: Aber wir haben noch keine wirklich rechtlichen Rahmenbedingungen, die dann ich sage mal in diese Richtung gehen.
00:20:16: Was ist Land NRW aber gerade gemacht hat?
00:20:18: Es gibt eine Landeskreislaufwirtschaftsstrategie und dort sind Maßnahmen festgelegt.
00:20:22: also dort will im Prinzip das Land NRWe spezifisch für Nordrhein-Westfalen hier auch Maßnahmen zum Beispiel genau zu den Punkten wie ich sie vorhin genannt hatte bestanden wieder Verwendung und Einsatz von Recyclingbaustoffen umsetzen.
00:20:34: Was sind denn digitale Bauwerksmodelle?
00:20:37: Und welche Rolle spielen die, zum Beispiel BIM ist hier so eins beim zirkulären Bauen?
00:20:43: Ich hatte vorhin schon darauf hingewiesen dass wir gerne eine Dokumentation über den Lebenszyklus hätten.
00:20:47: also das kann man umsetzten mit den digitalen Bauwerksen Modellen.
00:20:50: Das heißt in der Planung wird ein Modell aufgestellt.
00:20:52: es ist ein digitaler Zwilling.
00:20:54: das bedeutet im Prinzip ich weiß wo was letztendlich verbaut ist Und das ist eine wichtige Unterstützung, um später auch im Lebenszyklus dann zu wissen wo wir saniert.
00:21:04: Das müsste natürlich dann noch fortgeführt werden.
00:21:07: und wie gesagt, wir wissen dann welche Konstruktionen an welcher Stelle sind und es würde nachher auch einem Sanierer ein Instandsetzer oder praktisch dem Rückbauer letztendlich dann auch helfen dort dann eben möglichst viele Materialien aus diesem Gebäude dann entweder in die Wiederverwendung oder ins Recycling zu bekommen.
00:21:23: Ist das auch zum Beispiel so ein D-Modell und alles?
00:21:25: Und geht das sehr ins Detail, weil ich kann mir vorstellen früher war das alles.
00:21:28: So waren es ein paar Zettel die man zusammen gesucht hat und musste da in die gucken.
00:21:32: wo ist dann was genau verbaut.
00:21:33: Genau!
00:21:33: Es ist ein Dmodell und da kannst du im Prinzip alle möglichen Informationen z.B.
00:21:37: an Knotenpunkte geben.
00:21:38: Man kann auch den Material in einen CO² Wert mitgeben also um da praktisch eine Ökobilanz zu rechnen.
00:21:44: Das bietet einige Möglichkeiten.
00:21:46: Franziska, was kann in einem Gebäuderesourcenpass oder Materialpass leisten?
00:21:51: Was steht da drin und wem nützt er später beim Umbau- oder Rückbau wenn es sowas gibt.
00:21:55: Ja das ist im Prinzip genau so eine Dokumentation.
00:21:57: Das heißt ein Gebäuderessourcen Pass habe ich eine Übersicht welche Materialien welcher Ressourcen in dem Gebäuden verbaut sind und damit habe ich natürlich ne Übersich auf welche Materialien ich da eigentlich sitze, was ich besitze.
00:22:10: und natürlich die Frage, was habe ich für Kapital?
00:22:13: Habe ich am Ende eigentlich einen Rest wert wenn ich dieses Gebäude irgendwann mal zurückbaue.
00:22:17: Wenn ich es mal vererbe, wenn ich es einmal verkaufe oder sitze ich im Ende vielleicht auch nach Altlast.
00:22:22: das ist ja schon eine Information, die ich irgendwie gerne auch im Überblick haben möchte.
00:22:27: wir haben uns an diese Gebäuden Energiepässe schon sehr gewöhnt.
00:22:30: also das heißt Wir wissen was die Gebäudes im Betrieb verbrauchen.
00:22:34: aber jetzt haben wir dann auch die Möglichkeit zu sehen für Materialien, wie viel Energie und CO² steckt dann eigentlich in den Materialien.
00:22:42: Und mit der neuen Bauproduktenverordnung wird es quasi ja auch Pflicht solche Produktpässe an die einzelnen Bauprodukte mit anzufügen.
00:22:50: das heißt ich weiß dann auch in Zukunft welchen CO²-Fußabdruck was von den Ressourcen verbraucht haben die einzelne Bau Produkte die die Hersteller hergestellt haben so dass sich dann wenn ich zum Beispiel neue Bauprodukte im Rahmen einer Sanierung in mein Gebäude mit einbauen auch dokumentieren kann sich verändert und immer so quasi laufenden Überblick habe, wie eigentlich meine Immobilie ja gerade da steht.
00:23:11: Sollte für jede Immobilier vorhanden sein?
00:23:14: Da ist ja eine gute Sache!
00:23:15: Sollten aber... Solltel
00:23:17: ist es noch nicht komplett der Fall genau.
00:23:20: Sabine wenn ein Neubau jetzt notwendig ist welche Behandlungsoptionen bestehen da heute schon.
00:23:26: Für den Neubau bestehen heute schon die Möglichkeiten vorausschauend zu bauen, das heißt möglichst modular veränderbar und auch umnutzbar weil die Lebensdauer eines Bauwerkes eigentlich oder die Verlängerung der Lebensdauern die Versicherung ist dass man hier definitiv Ressourcen und doch CO² und Energie einspart.
00:23:44: Hier könnte oder sollte man eigentlich auch Konstruktionen verwenden, die eben wieder getrennt werden können.
00:23:49: Das hatten wir vorhin schon mal besprochen, die besser möglicherweise später in die Wiederverwendung gehen können.
00:23:53: aber das kann auch heute schon mit gebrauchten Materialien gebaut werden weil es sind auch Ziegel im Angebot, die zum Beispiel als gebrauchtet Ziegel wieder eingesetzt werden können, die im Prinzip auch die gleiche Qualität wie neu gebrannte Ziegel haben.
00:24:06: oder man kann das mit Pflastersteinen machen.
00:24:07: also von daher gibt es auch schon mehrere Möglichkeiten das heute auch schon zu tun.
00:24:11: Franziska, welche Möglichkeiten gibt es denn konkret für Bestandsgebäude?
00:24:16: Die es schon gibt bevor man da über ein Abriss oder Neubau nachdenkt.
00:24:19: Sabine hat es gerade auch schon gesagt, ein Bestand zu erhalten ist immer der beste zirkuläre Schritt.
00:24:23: Das heißt ich sollte mich wirklich fragen warum brauche ich denn überhaupt einen Neubau?
00:24:27: Warum kann das Bestandsgebäude dass sich jetzt habe den eigentlichen Nutzungszweck nicht mehr erfüllen?
00:24:32: Ich sollte darüber nachdenken ob ich nicht zum Beispiel das Tragwerk erhalten kann und durch eine Erneuerung von Fassadenelementen von vielleicht Fenstern die inzwischen veraltet sind und nicht mehr den energetischen Standards entsprechen Hier vielleicht auch eine Umnutzung erreichen kann, denn insgesamt muss man sagen wir haben schon gesagt das CO² und die Energie ist ja in den Materialien gespeichert.
00:24:52: Das heißt wenn wir jetzt mit den neuen Anforderungen an die Ökobilanzierung von Gebäuden schauen dann kann ich damit natürlich auch total viel CO² erhalten weil einfach ein Großteil des Gebäudes bestehen bleibt und heutzutage muss das tatsächlich auch gar nicht mehr unwirtschaftlich sein, weil es inzwischen Beispiele gibt wo zum Beispiel nur durch den Erhalt des Bestandes die Geschossigkeit auch erhalten werden kann.
00:25:15: Also wenn ich z.B.
00:25:15: weiß dass sich für diesen Standort gar kein Gebäude mehr eine Baugenehmigung bekommen würde für ein Gebäudetas so viele Stockwerke hat oder wenn ich weiß dass wenn ich ein neues Gebäuden plane diese Fläche überhaupt nicht mehr noch mal neu versiegeln durfte dann ist es oft sogar wirtschaftlich interessant dieses Gebäudes zu erhalten.
00:25:33: durch die momentan steigenden Baupreise kann es sogar bei kleineren Projekten interessant sein zu sagen, okay ich denke hier mal über eine Umnutzung, über ne Sanierung nach anstelle eines Abriss und dann anschließend Neubaus.
00:25:44: Weil ich da ja letztendlich immer beides den Rückbau und den Neubau finanzieren muss.
00:25:49: Aber ich glaube wirklich so Abriss- und Neubauer vielleicht passiert das in Anführungsstrichen zu häufig dass manche Leute sich nicht genug Gedanken machen und sagen In Anführungsstrichen für mich die einzige Möglichkeit, aber wenn man ein bisschen mehr nachdenkt und sich informiert.
00:26:09: kann ja auch die Lösung sein, mit der vorhandenen Immobilie und dem vorhanden Gebäude noch zu arbeiten.
00:26:16: Bevor man alles komplett in Schuttonasche legt.
00:26:19: Da müssen manche einfach ein bisschen mehr nachdenken und sich informieren und beraten lassen.
00:26:23: Es ist halt ungewohnt.
00:26:24: wir müssen das irgendwie neu denken.
00:26:27: Man muss aber auch sagen es ist nicht das erste Mal in der Geschichte dass das passiert.
00:26:30: also wenn wir uns anschauen was für Gebäuden wir leben tagtäglich in der Mehrheit, dann sind ja der Großteil des Gebäudebestands aus den fünftiger Jahren.
00:26:38: Und die sind ja zum Teil aus Trümmern wieder aufgebaut worden.
00:26:41: das heißt dieses Bauen mit widerverwendeten Materialien dass man Dinge irgendwo ausbaut woanders wieder ein baut Das war auch schon mal total normal.
00:26:49: wir müssen uns da nur einfach wieder dran gewöhnen und Beispiele die es heute schon gibt zeigen dass das natürlich auch gestalterisch Total viel Individualität ermöglicht weil ich dann halt noch Bauelemente Ausstattung für einen Innenausbau oder so habe, die es nicht standardmäßig momentan überall zu kaufen gibt.
00:27:05: Sondern die vielleicht auch eine Geschichte noch haben was natürlich auch das Thema Baukultur und Erinnerungskultur nochmal irgendwie möglich macht.
00:27:12: Ich kenne das so von restaurierten Gebäuden, wenn da noch so alte Holzbalken oder so mit verbaut sind.
00:27:17: Da geht irgendwer das Herz auf!
00:27:19: Dass man halt ja manche Ressourcen von früher, manche Gebäude-Elemente einfach weiterhin nutzt und nicht alles komplett abreißt hat.
00:27:29: Also es hat auf jeden Fall Charme und sieht auch wirklich super aus in vielen Beispielen.
00:27:33: Genau, ich denke beim zirkulären Bauen ist es so.
00:27:36: Du hast es vorhin gesagt und vorher nachdenken wir brauchen ein bisschen mehr Zeit glaube ich dass wir gute Entwürfe finden wo wir praktisch den Bestand berücksichtigen können.
00:27:43: also das wie gesagt man ist immer sehr schnell dabei zu sagen ich baue neu aber ich glaube überhaupt sollte man sich da ein bisschen viel Zeit nehmen um zu gucken welchen Bestand kann man weiter verwenden?
00:27:52: Es ist nicht immer so dass man jeden Bestand weiter verwinden muss.
00:27:55: auch da gibt es dann die Entscheidung die man dann treffen kann oder muss, so nach der Motto das funktioniert jetzt hier nicht sondern dann wird im Prinzip rückgebaut und wie gesagt neu gebaut.
00:28:04: Aber erstmal diese Überlegung zu haben ich glaube dass ist einfach wichtig.
00:28:08: Ich möchte noch eine Sache ganz kurz ansprechen.
00:28:09: diese digitalen Bauwerksmodelle gehen in den Minio aus dem Kopf die künstliche Intelligenz die schreitet ja immer voran.
00:28:15: können wir vorstellen in ein paar Jahren wenn man so ein digitales Bauwerk Modell hat dass man knopf drückt und sagt ich möchte wie mache ich das am besten, was kann ich wieder nutzen?
00:28:25: Was empfiehlst du mir?
00:28:26: oder ist die KI mittlerweile schon soweit, dass sie da Hinweise gibt und Tipps gibt.
00:28:30: Ich glaube, die KI kann auch schon ein bisschen planen, also praktisch ... Also ich kann der KI auch schon paar Dinge sagen.
00:28:37: Wir haben einen Projekt, wo wir praktisch mehr oder weniger uns Konstruktion zurzeit anschauen, die wir dann bewerten vor dem Hintergrund Zirkularität.
00:28:44: Auch dahin hängt eine KI dahinter, die sich bestimmte Konstrukzonen anschaut eben aus dem Fundus, der schon da ist.
00:28:53: Dann einfach Vorschläge, also dass da auch im Prinzip Vorschlage kommen.
00:28:56: Also das gibt es ja auch schon.
00:28:58: Und ich sag mal so eine KI kann ja nur so gut sein ... wie sie gefüttert wird.
00:29:02: Und wenn es ein digitales Bauwerksmodell mit ganz, ganz vielen Informationen gibt kann die ja auch genaue Einschätzung dann halt abgeben.
00:29:10: Baubereich ist es allerdings so dass die verschiedenen Aufgaben natürlich sehr vielfältig sind.
00:29:14: also das heißt wir können hier eigentlich nicht von DKI und das Modell sprechen sondern letztendlich sind es ja ganz viele verschiedene Fachmodelle.
00:29:20: Also das heißt Wir denken jetzt natürlich irgendwie gerade an diesen drei d Körper der vielleicht aus dem ursprünglichen Entwurf aus dem Bereich der Architektur kommt.
00:29:28: Aber dann gibt es ja die einzelnen Fachmodelle, also zum Beispiel die technische Gebäudeausstattung wurde ja von entsprechenden Fachplanerinnen oder Fachplanern angemacht – das Thema Schallschutz und Brandschutz.
00:29:38: Also wenn man diese Prozesse nach und nach auch mit KI-Bereichern unterstützen möchte, dann müsste man tatsächlich wirklich einzelne Fachkais hier mit einbringen, die dann entsprechende Empfehlungen geben und das Ganze in einem Gesamtmodell wieder zusammenzuführen.
00:29:52: Denn ich glaube so eine KI, die quasi da den kompletten Überblick hat ziemlich unrealistisch.
00:29:57: Sabine hat jetzt gerade die Ansätze im Bereich Zirkularität schon beschrieben, aber auch heute ist es ja nicht so dass eine Person ein komplettes Gebäude plant.
00:30:03: Sondern das ist eben gerade dieser Zusammenspiel von ganz ganz vielen verschiedenen Anforderungen und das ist ja grade der Vorteil dieser digitalen Modelle weil sie dann zum Beispiel sagen hey du hast hier gerade deine Belüftungsanlage mitten durch eine tragende Säule geplant Das kann man in der Realität so nicht bauen.
00:30:19: Und dann ist halt die Hoffnung dass durch diese digitalen modelle sowas rechtzeitig auffällt.
00:30:23: und klar Dann könnten auch solche Empfehlungen kommen wie Du hast jetzt hier gerade irgendwie versucht, was auszubauen.
00:30:29: Was wir aber genau an der anderen Stelle vielleicht einbauen könnten und so kann man ja dann die Neubauten dieser Biene angesprochen hatte, die vielleicht mal nötig sind?
00:30:36: Kann ich ja auch überlegen okay Ich kann nicht das ganze Gebäude erhalten muss es zurück bauen Aber ich kann vielleicht einzelne Teile dann auch in meinen Neubau wieder einbaut Und dann halt eben den von dir angesprochenen Charme des alten Holzbalkenträgers oder so nochmal wieder mit darstellen
00:30:51: Jemand dann eine Einschätzung zu bekommen.
00:30:52: macht das Sinn, dass ich das und das mitnehme oder erhält halt eh nur noch fünf Jahre im Schnitt.
00:30:57: Das ist schon mal ne gute Geschichte!
00:30:59: Jetzt sag mir doch mal beide welche Akteure müssen denn wie genau aktiv werden damit zirkuläres Bauen ein wirklich am Ende gelingt?
00:31:05: Das ist ja schon da eine Herausforderung weil man könnte ganz einfach sagen alle die am Bau beteiligt sind und die müssen danach noch zusammenarbeiten.
00:31:13: Franziska hat es vorhin gerade gesagt, in der Planung und dem Bauen haben wir schon eine ganze Menge Akteure.
00:31:18: Die hatte Franziska grade schon genannt aber die reichen eigentlich noch nicht weil der Bauherr muss ja erst mal sagen dass er das möchte oder dass er diese Dinge umsetzen möchte.
00:31:26: Der Planer muss dann mit seinen Fachplanern letztendlich umsetzten.
00:31:30: Wir brauchen aber auch Hersteller für diese Baumaterialien und für die Konstruktionen.
00:31:35: Wir brauchen dann aber auch die Bauffirmen und Handwerker die das umsetzen Weil wenn einer in der Kette ich sag mal da nicht mitspielt ist der Kreis dann eben nicht geschlossen.
00:31:44: Und wir brauchen auch eigentlich Genehmigungsbehörden, die das ich sage mal dann eben auch fördern und wir brauchen noch Kreditinstitute, die da zum Beispiel dann eben mit besonderen Krediten zb diese Nachhaltigkeit fördern.
00:31:54: also von daher sind dann eine ganze Menge die da wenn man das wirklich komplett schließen möchte beteiligt sein müssen.
00:32:01: Das hört sich jetzt auch Franziska hat es vorhin auch gesagt wie eine große Herausforderung an.
00:32:05: aber ich glaube schon man kann auch mit einzelnen Punkten da schon mal anfangen.
00:32:08: Also wir werden hier nicht heute schon hundert Prozent erreichen kleine bisschen was wir hier erreichen.
00:32:14: Franziska hatte vorhin auf den Ressourcenverbrauch hingewiesen, jedes kleinere Rädchen an dem wir drehen hat hier eine große Wirkung und von daher muss man erst mal hier einfach erstmal anfangen.
00:32:23: Franziske
00:32:23: also ich glaube es ist einfach wichtig das Bewusstsein zu schärfen halt ne?
00:32:27: Also gibt ja viele die sagen auch wir haben das immer schon so gemacht wie immer schon gebaut die letzten Jahrzehnte dass man da einfach das Bewussten für dieses zirkuläre Bauen erst Mal im Jahr schärft
00:32:36: Das Bewusstsein schärfen, die Nachfrage auch produzieren und letztendlich dann sich auch trauen mit Pilotprojekten vielleicht voranzugehen.
00:32:44: Also dass zum Beispiel gerade im öffentlichen Bereich die Kommunen sagen okay wir setzen das jetzt für uns um Wir schreiben entsprechend aus wenn wir Bauten vergeben dass wir solche Dinge mit in der Planung mit berücksichtigen Dass wir vielleicht auch den Einbau von wiederverwendeten Bauteilen zulassen usw.. Das heißt hier muss natürlich ist ja mal im rechtlichen Bereich manches noch umgesetzt oder weiter etabliert werden.
00:33:06: Also das Einbauen von einem wiederverwendeten Stahlträger, da muss man sich erst mal fragen was ist denn diesem Stahltriger in seinem Leben schon passiert war?
00:33:12: Der in dem Gebäude wo es vielleicht gebrannt hat, das wäre sehr relevant zu wissen.
00:33:16: wir brauchen Prüferfahren mit denen wir dann untersuchen können ob man den Stalträger wieder einsetzen kann.
00:33:21: und wir haben in verschiedenen Beispielen gesehen dass sind tatsächlich gar nicht mehr so viele technische Fragestellungen was man ja vielleicht bei uns im Bau Ingenieurwesen denken könnte sondern ganz oft sind Da sind gerade schon ganz viele Schritte, die auch gegangen werden.
00:33:35: Aber es braucht momentan einfach die Leute, die den Mut haben zu sagen ja ich setze jetzt einfach mal so ein Projekt um und ich zeige das ist auch heute einfach schon funktioniert.
00:33:44: Ich muss noch eine Frage stellen, wo ich das gerade höre.
00:33:47: Wenn so ein Handwerksbetrieb irgendwas verbaut war, schon mal irgendwo verbaut ist es auch eine Haftungsfrage?
00:33:53: Kann's da Probleme geben?
00:33:54: Ist das ne Sache in der Grauzone?
00:33:57: oder wie is das?
00:33:58: Weil ich kenne das immer so ... wenn ich meinem Fahrrad irgendwo hingehe und ich sage, ich hab hier was gebraucht, dann baue das mal eben ein.
00:34:05: Ja, das ist richtig!
00:34:06: Da haben wir.
00:34:07: uns fehlen auch noch bisschen die rechtlichen Rahmenbedingungen, dass es da wirklich eine Sicherheit gibt.
00:34:12: Also wir haben Geschäftsmodelle begleitet, wo im Prinzip nachher der Hersteller selber, der praktisch diese gebrauchten Materialien auch wieder auf den Markt bringt.
00:34:21: Genau dieser Haftung übernimmt oder die Gewährleistung übernehmen, dass das passt!
00:34:25: Wir haben unternahm ein Projekt mit der Stadt Münster, wo in Prinzip auch, ich sag mal, Lampen von der einen Schule in einem neues Gebäude ausgebaut und wieder eingebaut werden.
00:34:33: Da ist es so da sind im Prinzip die Lampens bleiben im Eigentum der Stadt und sie werden geprüft und können wieder eingebot werden.
00:34:38: also wir bewegen uns da schon noch in einer Grauzone.
00:34:42: Und ich bin mal gefragt worden, wie kriegen wir das Gerichtsfest alles hin?
00:34:45: Ich glaube ja so gerichtsfest sind wir da noch nicht!
00:34:48: Aber wir haben Pilotprojekte wo es einfach gemacht wird.
00:34:50: Wir haben jetzt zum Beispiel ein Projekt bei uns an der Hochschule, wo der BLB praktisch dann eine gebrauchte Aluminiumfassade zum Beispiel verwendet und das auch hinbekommen hat und da im Prinzip eben auch eine Prüfung stattgefunden hat und diese Prüfungen dann eben dazu führt dass eben so eine Gewährleistung übernommen wird.
00:35:09: Wir wollen gleich zu weiteren positiven Beispielen kommen, habe aber noch eine Frage.
00:35:13: Weil ich sage mal, es wird bestimmt einige geben die jetzt sagen Mensch!
00:35:16: Ich plane ein Haus zu bauen und zirkuläres Bauen hört sich total spannend an.
00:35:20: Ist man schon soweit?
00:35:22: Dass so der einfache Bauherr da aktiv werden kann in Sachen zirkulares Bauen oder sind das eigentlich nur kleine Geschichten, die man halt machen könnte?
00:35:32: Ich würde sagen, wenn man jetzt überlegt, dass man ein komplettes Haus zirkulierbar bauen möchte.
00:35:36: Dann ist es schon nicht ganz so einfach das Komplett umzusetzen.
00:35:40: Aber ich glaube die Ziegel haben mittlerweile einen Markt.
00:35:43: Wir haben über Dachziegel zum Beispiel auch schon mal gesprochen aber da ist montan noch so bisschen wie Logistik noch und das Pondau was letztendlich noch fehlt Und man könnte heutzutage noch nicht ein komplettes Gebäude.
00:35:54: Im Einfamilienbereich würde ich sagen, ist das nicht unbedingt der Fall.
00:35:57: Aber wir haben montan.
00:35:58: mit Kommunen sind wir unterwegs schon in größeren Gebäuden, den Bürogebäuden schauen.
00:36:05: So nach dem Motto was kann zum Beispiel von einem in das andere?
00:36:07: Zum Beispiel mein ich jetzt nicht Möbel oder Tische sondern ich meine wirklich Konstruktionen.
00:36:12: Sei es zum Beispiel Innen ausbauten dass die von dem einen zum Beispiel in das Andere auch mitgenommen werden.
00:36:17: Die Frage ist natürlich auch die nach der Größenordnung und wie viel man selber macht.
00:36:20: Es gibt schon Möglichkeiten, dass man zum Beispiel in der Innenausstattung sei es das man gebrauchte Waschbecken einsetzt oder andere sanitäre Einrichtungen.
00:36:27: Wenn man die Dachdämmung selber macht – das gibt ja durchaus Bauherren, die da selber sehr handwerklich aktiv werden -, dann kann man natürlich auch gebrauche Materialien hier mit einsetzen.
00:36:38: Und Beispiele
00:36:39: z.B.,
00:36:40: die ich in der Schweiz gesehen hatte zeigen auch, dass das Ganze nicht alt aussehen muss.
00:36:44: Ich erinnere mich, dass sich bei einer Führung mal durch einen komplett reused, das heißt wiederverwendungsmäßig eingerichtetes.
00:36:52: Badezimmer geführt wurde und ich stand wirklich da und dachte, das kann doch gar nicht sein.
00:36:55: Je sehe ich gar nicht diese komischen Rosa Waschbecken die man vielleicht so aus den achtziger Jahren irgendwie im Kopf hat oder so dunkelgrün
00:37:03: gibt es auch so wach.
00:37:05: Das muss man dann wirklich wissen ob man sich das wieder einbauen möchte und ob das vielleicht noch heil ist.
00:37:09: aber der Gestalter sagte dann zu mir nee ich hatte ja gesagt dass hier reused Ich habe nicht gesagt dass es alt also heißt Es ist zum Teil auch wirklich erschreckend in was für einer Ja wegwerfgesellschaft wir immer noch leben Auch bei Bauteilen sodass man sich da wirklich Waschbecken angucken konnte, die sind vielleicht ein oder anderthalb Jahre genutzt worden.
00:37:27: Die sehen genau so aus wie die, die man neu im Katalog kaufen würde.
00:37:31: und warum sollte ich mir dann solche Dinge, die ich ja auch selber gut gestalten kann als Bürgerin oder Bürger nicht mit in mein Haus oder sogar in meine Wohnung mit einbauen?
00:37:40: Also finde ich ein schönes Beispiel!
00:37:41: Hast du denn noch weitere Projekte, die heute schon zeigen das zirkuläres Bauen nicht nur eine theoretische Idee ist?
00:37:50: Ja, da gibt es tatsächlich einige auch auf verschiedenen Ebenen.
00:37:53: Also wenn man jetzt wirklich an ein komplettes Gebäude denkt dann gibt es zum Beispiel seit zwei tausend neunzehn das Recyclinghaus in Hannover.
00:38:00: Da hat man einfach mal versucht wirklich zu zeigen dass man ein komplettes gebäude nur aus wiederverwendeten Bauteilen und recykletten Materialien bauen kann.
00:38:09: also wirklich alles Komplett, also auch die Außenmauer und alles
00:38:14: komplett.
00:38:14: Wow!
00:38:14: Und da ist auch dokumentiert wirklich welches Teil woher kommt.
00:38:17: man kann das genau nachvollziehen.
00:38:19: wie gesagt es wurde versucht möglichst viel auf Wiederverwendung das heißt woanders ausbauen dort in diesem Recyclinghaus wieder einbauen.
00:38:25: Da wo das nicht funktioniert hat hat man dann halt recycelter Materialien eingesetzt.
00:38:29: aber das ist jetzt wirklich so.
00:38:31: Ja, ich nenne es mal nahezu hundertprozent Ansatz.
00:38:34: Das ist glaube ich unrealistisch dass das bei jedem Projekt umgesetzt wird.
00:38:38: Es gibt aber auch ganz viele Beispiele wo einzelne Teile so zum Beispiel ausgeführt werden.
00:38:44: Ein Beispiel ist das Thema Recyclingbeton oder Ressourcenschonender Beton.
00:38:49: Da kann man zum Beispiel die Gesteinskönnung.
00:38:51: also wenn wir Beton herstellen dann haben wir ja Kies und Sand und Zement und Wasser das zusammen geführt werden muss Und wir können dann diese Gesteinskörnung auch durch alten Betonbruch ersetzen.
00:39:02: Also das heißt, wir können hier einen Teil durch Recyclingmaterialien austauschen und das ist etwas was zum Beispiel viele Hersteller jetzt gerade so ein bisschen andenken.
00:39:10: und auch hier im Münsterland gibt es zB die Firma Büscher, die wirklich außerdem Zement alle Materialien Gebrauchte Materialien ersetzt, also das heißt die haben da Betonbruch drinnen.
00:39:21: Die haben den Sand ersetzt durch Feinmaterialien und konnten so insgesamt einen Innenwandsystem erreichen, dass wirklich außerdem Zement komplett aus rezyklierten Materialien besteht.
00:39:31: Dafür braucht man allerdings – haben wir eben schon angesprochen wegen der Norm- und der rechtlichen Bedingung eine Zulassung im Einzelfall und die mussten sie über zehn Jahre lang beim DEBT erkämpfen.
00:39:42: Deswegen geht die Firma Brünninghoff, für die ich ja auch arbeite den anderen Weg und sagt auch dort wird Erbeton standardmäßig in allen Betonfertigbauteilen eingesetzt so wie die aktuellen deutschen Normen das zulassen.
00:39:53: Das bedeutet dann halt dass maximal forty-fünf Prozent dieser Gesteinskörnung durch recyclettes Material ersetzt werden darf weil mehr eben nach den Normen nicht möglich ist.
00:40:02: aber dafür kann es quasi immer eingesetzt werden ganz egal was für eine Nachfrage quasi durch den Kunden besteht.
00:40:08: also auch wenn der Kunde sagt okay ich möchte einfach Beton fertig teil, dann ist bei der Firma Brünninghoff dort ein gewisser Recyclinganteil mit enthalten.
00:40:15: Nur für mich einmal rezykliertes Material, das heißt noch mal ...
00:40:18: Recyclingmaterial.
00:40:19: Recylingmaterial!
00:40:20: Und Stichwort?
00:40:22: Es gibt die Kreiselkiste Münster als Realabor.
00:40:25: Ist das nicht am Domplatz oder so?
00:40:27: Oder Kreisel-Kiste?
00:40:28: Genau, die Kreiselkiste steht jetzt gerade noch auf dem Domplatz.
00:40:31: Die war da den ganzen Sommer verfügbar und hat versucht, auf dieses ganze Thema Kreislauffähigkeit, zirkuläre Wertschöpfung aufmerksam zu machen.
00:40:39: Das ist ein Projekt der FH Münster.
00:40:41: aus dem Fachbereich Ökotrophologie kamen Studierende gesagt haben wir wollen eigentlich dieses Thema Kreislaufwirtschaft in die Lehre, in die Studierenden und auch zu den Bürgerinnen und Bürgern bringen.
00:40:53: Und dann wurde überlegt dass das am besten über einen Ort der Begegnung diese Kreiselkiste auf dem Domplatz realisiert werden kann.
00:41:00: Und diese Kreiselkiste ist eben auch komplett aus wiederverwendeten Baumaterialien aufgebaut oder aus Dingen die zum Beispiel geliesst wurden.
00:41:09: Das heißt es gibt inzwischen auch Hersteller zum Thema Best Practice Beispiele wo man die Baustoffe gar nicht mehr kauft sondern man liest sie die Materialien auch wieder mit zurückgeben.
00:41:21: und zum Beispiel sind in der Kreiselkiste alte Fenster aus einer rückgebauten Schule aus Sprackel mit wieder eingebaut worden.
00:41:28: Und jetzt findet der Rückbau der Kreiselkiste statt.
00:41:31: Denn es ist natürlich alles auch so geplant worden, wie wir das vorhin gesprochen haben mit komplett lösbaren Verbindungen und wir testen jetzt mit einem Rückbauer ob das tatsächlich auch in der Praxis funktioniert.
00:41:43: Sabine, welche neuen Geschäftsmodelle entstehen dann rund um Rücknahme, Wiederverwendung und zirkuläre Baustoffe?
00:41:49: Ja Franziska hat es schon angesprochen Es gibt mittlerweile auch Rücknahmesystem im Baubereich.
00:41:53: Wir kennen die Rücknahmensysteme aus Batterien, die man zurückgibt oder mangend Verpackung unterlegt ein Rücknahmesystem.
00:42:00: Aber wie gesagt auch hier im Baubereich findet das mittlerweile einen Zug noch nicht Flächendeckend.
00:42:07: Aber wir haben zum Beispiel drei Jahre mit der Firma Lindner in Arnstorf, das ist in Bayern, haben wir ein Geschäftsmodell Linn-Loop entwickelt für die Rücknahme von Baukonstruktionen aus dem Innenausbau und es betrifft Böden, Decken und Wände.
00:42:19: Und solche gebrauchten Wandelemente findet man z.B.
00:42:22: hier im Münster bei den Abfallwirtschaftsbetrieben in der dritten Etage weil die dritte Etage der Abfall Wirtschaftsbetriebe des Verwaltungsgebäudes besteht letztlich auch komplett aus gebrauchtem Materialien.
00:42:32: Zudem existieren seit Franziska, das wollen auch schon angesprochen, seit dreißig Jahren Rücknahmesysteme für Kunststofffenster.
00:42:38: Aber auch Rücknahmesysteme für alles was mit Aluminium-Fenstern und Fassaden zu tun hat.
00:42:43: Das ist manchmal gar nicht bekannt Und damit wird sichergestellt dass im Prinzip diese Materialien dann auch wieder in diesen Kreislauf zurückkommen Dass wir also da geschlossene Kreisläufe letztendlich haben und daraus wieder diese Produkte hergestellt werden.
00:42:57: oder die Firma Vilo in Dortmund Die im Prinzip die Pumpen herstellt und diese Pumpen auch zurücknimmt, diese prüft.
00:43:04: Die auseinander nimmt und im Prinzip die gebrauchten Teile wieder einsetzt oder in der Produktion z.B.
00:43:11: nutzt.
00:43:11: Oder die Firma Derix bietet im Prinzip Holzkonstruktion an und bietet auch die Rücknahme dieser Holzkostruktion nach Ende der Lebensdauer an.
00:43:19: Da gibt es schon immer mehr Rücknahmesysteme, die jetzt auf den Markt kommen oder schon auf dem Markt sind.
00:43:28: Sind denn zirkuläre Lösungen langfristig auch wirtschaftlich?
00:43:31: Und vor allem ja, was muss sich ändern damit Nachhaltigkeit finanziell attraktiver wird.
00:43:36: Ja also das ist immer so ein Totschlag Argument und wenn man darüber nachdenkt dass es dann alles viel zu teuer.
00:43:41: Wir haben zum Beispiel unserem Geschäftsmodell mit der Firma Lindner zeigen können dass zirkuläre Lösungen langfristig sowieso wirtschaftlich sind, da wir hier trennbare Konstruktionen haben die dann eben auch wiederverwendet werden oder gut recycelt werden können und was deutlich eben dann Entsorgungskosten einspart.
00:43:59: Davon hat natürlich der Bauherr oder die Bauherren zu Beginn noch nichts.
00:44:02: also das ist im Invest ja nicht zu bemerken sondern erst zum Ende.
00:44:06: Aber zirkuläre Lösungen können auch von Anfang an die wirtschaftlichere Lösung sein.
00:44:11: So konnten wir hier zeigen, dass bei der Wiederverwendung von zum Beispiel den Bodenplatten, die wir uns angeschaut haben trotz des Aufwands, des Ausbauens, des Prüfens und des Refurbischen also wieder in Stand setzen das das billiger ist als die neue Produktion.
00:44:24: Also von daher geht es schon oder heute im Schulbau werden häufig schon mal gebrauchte Ziegel eingesetzt weil zum Beispiel bei den hohen Energiepreisen die wir momentan haben diese Gebrauchtziegeln einfach deutlich günstiger sind.
00:44:36: Und insgesamt zeigt sich hier, dass wir einfach über das Thema Lebenszyklus-Kosten nachdecken müssen.
00:44:40: Das heißt, wir sollten nicht immer nur noch fragen was kostet es das Gebäude zu errichten sondern was kostelt das wirklich ganz am Ende bis wir's wieder rückgebaut haben?
00:44:48: Wir sind bei energieverbrauchenden Gegenständen daran schon gewöhnt.
00:44:52: also wenn wir uns ein Auto kaufen dann fragt man immer ja was verbraucht ist denn irgendwie pro hundert Kilometer?
00:44:57: Wenn wir uns elektrische Geräte kaufen dann fragen wir nach dem Verbrauch und haben da auch so eine Plaketten drauf die uns das sagen.
00:45:03: aber bei Gebäuden hat sich das bisher noch nicht etabliert, dass zum Beispiel auch im öffentlichen Bereich die kompletten Lebenszykluskosten mit berücksichtigt werden.
00:45:10: Aber gerade für die Öffentlichen ist es natürlich auch sehr interessant denn üblicherweise bleibt die Kommune ja Eigentümerin z.B.
00:45:17: des Schulgebäudes und dann ist das sehr relevant wie viele Kosten in Zukunft auf mich zukommen um z. B. in Standhaltungen zu realisieren so dass sich dann eigentlich immer zeigt das Zirkuläres bauen über den komplette Lebenszyklos und langfristig gedacht auch wirtschaftlich vorteilhaftes.
00:45:32: Abschließend zu diesem Punkt, jetzt habt ihr ein paar Projekte aufgezeigt und vorgestellt.
00:45:39: Was können wir denn aus diesen Projekten lernen?
00:45:41: Ich denke, wir sehen vor allem das alle hier aktiv werden können.
00:45:44: Also wir haben ja gerade schon über ganz viele verschiedene Akteursgruppen gesprochen.
00:45:47: also Hersteller können was tun indem sie ihre Produkte verbessern und zirkulärer mit aufstellen, indem Sie sich bei der Produktentwicklung gleich schon mit fragen okay wie kann ich dieses Produkt möglichst ressourcenarmen, möglichst emissionsarm herstellen?
00:46:01: Wie kann ich das Ganze reparieren und entstandhalten und wie kann nicht dass tatsächlich am Ende auch entsorgen?
00:46:05: biete ich vielleicht irgendwie Rücknahmesysteme an oder muss ich vielleicht auch mein Geschäftsmodell daran anpassen, dass ich nicht mehr damit Geld verdiene das die Materialien produziert und dann am Ende weggeschmissen werden.
00:46:16: Wir haben schon ganz viel darüber gesprochen welche Möglichkeit Kommunen und öffentlicher Akteurinnen haben.
00:46:22: wir haben gesagt die Privatpersonen können in ihrem Geltungsbereiche natürlich auch aktiv werden.
00:46:27: Die Politik kann hier handeln, also ich glaube diese Projekte zeigen dass alle irgendwie auch heute schon die Möglichkeit haben kleine Schritte im Rahmen ihres Einfussbereiches umzusetzen und das wir insgesamt einfach positiv nach vorne schauen müssen weil es heute schon total viel gibt was geht und wir brauchen einfach den Mut und den Willen das jetzt auch umzusetzten.
00:46:46: Und es gibt viele Pioniergeschichten auf dem portal go.münsterland.com.
00:46:51: und dann slash kreislaufwirtschaft go.münsterland.com oder so ein schräger Strich slash sagt man so schön kreislaufwirtschaft Franziska, was tut ihr denn damit?
00:47:04: zirkuläres Bauern für die nächste Generation einfach dann irgendwann selbstverständlich ist?
00:47:08: Wir haben dieses Thema auch mit in unsere Studiengänge integriert.
00:47:11: Also das heißt sowohl im Studiengang BAU-Ingenieurwesen bei uns an der FH und auch im Studiengang Bauen im Bestand, der eine Kooperation ist zwischen FH Münster und Handwerkskammer Münster bringen wir diese Themen mit ein.
00:47:23: Das heißt wir haben jetzt Sabina hat es schon vorhin einmal gesagt dass Modul Ressource Rückbau wo wir mit den Studierenden genau diese Prinzipien durchgehen.
00:47:34: Also das heißt, wir gucken uns an was muss ich denn eigentlich tun um ein Gebäude so wie wir das gerade besprochen haben entsprechend auch zu planen?
00:47:41: Denn letztendlich bilden wir jetzt im Studium ja die Fachleute von morgen aus und wir erleben immer mehr dass die Studierende selber aber auch die Unternehmen für die unsere Studierender größtenteils schon arbeiten genau diese Dinge nachfragen.
00:47:55: also es wird grade von den jungen Leuten erwartet da kommt irgendwie so eine neue Regulation in Richtung CO², in Richtung Zirkularität.
00:48:03: Du weißt doch bestimmt, wie das geht.
00:48:04: Und das heißt wir denken dass gerade diese Ausbildung im Bereich Bauingenieurwesen solche aktuellen Themen unbedingt auch mit aufgreifen muss um dann erstens gut für den Arbeitsmarkt mit ausgebildet zu sein aber zweitens auch weil die Studierenden diese Verantwortung über die wir schon gesprochen haben selber auch spüren und selber auch nachfragen uns sagen hey Wie kann ich denn in Zukunft meinen Arbeitsalltag auch so gestalten?
00:48:26: Und wie kann Ich mit meiner Arbeit hier auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten
00:48:30: und speziell der Bachelorstudiengang bauen im Bestand.
00:48:35: Was macht den aus deiner Sicht so besonders?
00:48:39: Sabine, welche Chancen haben denn der Absolventin und Absolventen so?
00:48:43: Man möchte da nicht auf der Straße stehen.
00:48:45: Ich glaube damit steht man definitiv nicht auf die Straße weil das ist genau der Ansatz den ich vorhin schon mal dargestellt habe.
00:48:51: Der Bestand ist eigentlich ein sehr wichtiger Punkt und ich habe dort auch Vorlesung in diesem Bereich Und ich versuche den Studierenden auch zu sagen dass sie am Puls der Zeit sind Dass Sie sich überlegen was kann mit dem Bestand passieren?
00:49:03: Was ich sehr toll an diesem Studiengang finde ist im Prinzip dass sie an Projekten oder mit Projekte arbeiten also am lebenden Objekt eigentlich, wo sie diese Dinge dann auch direkt umsetzen können.
00:49:12: Das ist schon ein sehr guter Studiengang und ich glaube nicht dass jemand von diesen Studierenden nachher auf der Straße steht.
00:49:19: Mehr Informationen dazu gibt es direkt bei der Handwerkskammer Münster.
00:49:24: an euch jetzt mal die Frage was muss denn passieren damit zirkuläres Bauen ja vom Ausnahmefall so wie es leider aktuell immer noch auf dem Fall ist zum Standard wird.
00:49:34: Ich habe ja vorhin schon mal gesagt, dass sehr viele Leute miteinander arbeiten müssen.
00:49:37: Das heißt wir brauchen die Kommunikation und wir brauchen aber auch die Erfahrung, die an den einzelnen Unternehmen in einzelnen Kommunen bei einzigen Baufirmen da sind.
00:49:46: diese Erfahrungen müssen weitergetragen werden das Wissen muss verbreitet werden.
00:49:50: also wie Franziska schon gesagt hatte habe ich auch gesagt bei uns wird kein Studierender unsere Hochschule verlassen der nicht einmal dieses Prinzip mitbekommen hat.
00:49:58: und es schaffen wir glaube ich auch.
00:50:00: Außerdem brauchen wir dann neue Netzwerke, weil diejenigen, die sich da noch nicht aufgemacht haben, die müssen wir auch motivieren praktisch in diese Richtung zu gehen.
00:50:08: Wir brauchen aber auch Märkte letztendlich zum Beispiel für gebrauchte Produkte oder es muss für uns das neue Normal sein dass wir mit Recycling Materialien arbeiten.
00:50:16: Wir kaufen auch gebrauche Handys und Autos.
00:50:19: Warum müssen wir mit neuen Materialien bauen?
00:50:21: Also von daher ist einfach ein anderes Umdenken in diesem Bereich Und ich glaube, wenn wir dann noch die rechtlichen Rahmenbedingungen hätten, die wir uns wünschen.
00:50:30: Dann würde hier dieses Potenzial was wir hier haben noch deutlich größer sein beziehungsweise würde dann einfach ganz normal werden oder normal sein.
00:50:38: Stellt
00:50:39: mir das vor bei so einem Handwerksbetrieb?
00:50:40: Das finde ich nur so im Computer als ein Großhändler hier neues Waschbecken und so und alles bestellen sondern auch gleichzeitig irgendwie dann Markt da ist wo die man auch gebrauchte Sachen halt dann erordern könnte zertifiziert oder halt auch geprüft.
00:50:55: Es gibt momentan sehr viele Forschungsprojekte, die.
00:50:57: aber ein Forschungsprogramm hört sich jetzt so ein bisschen theoretisch an.
00:50:59: Aber diese Forschungs Projekte werden zurzeit in Nordrhein-Westfalen und vielen Stellen mit Kommunen, mit Unternehmen durchgeführt.
00:51:07: Wir denken ganz viel über Bauteilbörsen nach also praktisch wie können wir einen Matching hinbekommen zwischen den Bauwerken Konstruktionen oder Bauteile abgeben und denjenigen, die praktisch diese Bauteille benötigen.
00:51:20: Dann auch am besten noch zu der Zeit wo sie benötigt werden.
00:51:23: also die Herausforderungen sind da nicht gering aber es passiert munter.
00:51:26: dann sehr sehr vielen Stellen passiert in diesem Bereich was und für ihn will vernetzen uns auch mit den anderen Projektpartnern aber auch mit dem andern Forschenden so dass wir diese Dinge auch wenn's eben gibt möglichst bald auf die Straße bekommen.
00:51:38: Franziska das war jetzt schon eine Menge wie zirkuliers bauen zum Standard werden kann durch sowas ergänzten?
00:51:43: Ja ich denke das ist ein Mindset ganz, ganz wichtige Rolle dabei spielt.
00:51:46: Also wir müssen vielleicht auch ein bisschen aufhören immer nur auf die Hemmnisse zu gucken und zu sagen was alles noch nicht funktioniert?
00:51:51: Wir haben ganz oft so'n hundertprozent Ansatz.
00:51:54: wenn ich es nicht schaffe dieses Gebäude hundert prozent zirkulär zu bauen dann kann ich halt leider nichts machen Und das ist natürlich nicht so.
00:52:00: Ich kann mich ja einfach fragen Was kann ich jetzt schon umsetzen dass man einfach machen und anschließend natürlich auch über die positiven Beispiele und über die Benefits die das Ganze bringt auch sprechen.
00:52:10: Denn wir haben jetzt gerade schon gesagt, es gibt Bereiche wo ich CO² einsparen kann und wo ich Energie einspare.
00:52:16: Wo das ganze wirtschaftlich ist, wo das Ganze ein kulturell und einen optischen Vorteil bringen kann.
00:52:21: Und wenn ich diese Dinge einfach mehr in den Fokus stelle meinen Denken, mein Sprechen, meine Handeln in die Richtung Umstelle glaube ich dann kann uns das auch gemeinsam gelingen.
00:52:29: Ich
00:52:29: finde, ein ganz wichtiger Punkt hier in diesem Bereich ist Bauen ist regional.
00:52:33: Wir haben nicht lange Lieferketten wo wir viele Dinge aus China oder den USA beziehen sondern Bauen is sehr viel regional.
00:52:41: weil Franziska hat von dem Beton angesprochen wir können keinen Beton über zwei Hundert Kilometer noch mehr transportieren denn dann ist ja abgebunden und da brauchen wir damit nicht mehr bauen.
00:52:49: das heißt also wie wir schon hier schon eben auch in den Kommunen oder praktisch in einem Kreis um die Kommune herum wo kann die Materialien herkommen was fällt dort an verwendet werden.
00:52:59: Das sind wirklich regionale Märkte und von daher gucken wir eigentlich mehr oder weniger bei uns um, müssen das praktisch nicht importieren oder sonst was?
00:53:07: Und das ist auch die große Chance, die wir letztendlich hier praktisch im Zirkulären bauen dann haben zum Beispiel mit gebrauchten Materialien und Recyclingmaterialien.
00:53:15: Ich finde es ja so schade weil ich sage mal Wiederverwendung, Nachhaltigkeit, auch Abcycling und Sachen wieder verwenden und das ist eigentlich total angesagt aber Noch nicht so richtig beim Bauen.
00:53:26: Da fehlt noch der ganz große Durchbruch, was macht euch denn Hoffnung?
00:53:30: Dass die Bauwende gelingen kann?
00:53:31: wenn wir heute bauen dann ist es im Prinzip so dass die Baumaterial in immer teurer werden und ich hatte vorhin schon mal die Ziegel angesprochen.
00:53:38: Es gibt mittlerweile Kommunen Die mit gebrauchten Ziegeln geplant haben Dann aber aus Kostengründen da wieder zurück Ich sag jetzt Mal gefiffen wurden wo sich Aber letztendlich dann gezeigt hat als wie gesagt die Energiekosten So hoch waren das die Gebrauchte ziegel einfach deutlich günstiger waren.
00:53:52: also von daher Das ist auf jeden Fall ein Treiber.
00:53:55: Teilweise sind Sachen auch nicht mehr lieferbar, das heißt also wir haben dann teilweise auch schon mal Sandkrisen gehabt, dass das nicht sofort verfügbar war oder Kies zum Beispiel und je nachdem in welcher Region man halt ist wie weit zb dann zb auch Primärmaterialien transportiert werden müssen da sind die Sekunden der Materialien einfach deutlich näher dran.
00:54:14: Also von daher sind das einfach Punkte die im Prinzip eine Kreislaufwirtschaft befördern und praktisch die Kreislochwirtschaft als guten Rohstofflieferanten Zeigen.
00:54:24: Mhm, Franziska?
00:54:25: Für mich ist es witzigerweise tatsächlich die jetzt anstehende Regulatorik durch die Europäische Union.
00:54:30: Also, die Bauproduktenverordnung erwähnt jetzt tatsächlich explizit das Bauen mit wieder verwendeten Baustoffen und Bauteilen und überlegt jetzt schon harmonisierte Normen, die dann in der ganzen EU gelten wie man diese Bauteile dann auch prüfen und einfach einbauen kann.
00:54:45: also das heißt ganz viele Hemmnisse, die wir jetzt angesprochen haben sind eigentlich jetzt gerade schon sehr gut erkannt und auch adressiert worden was für ein CO²-Fußabdruck entsteht.
00:54:56: Die bestehenden Regelungen, die zum Thema Ökobilanzierung von Gebäuden auf uns zukommen, zeigen dann das wiederverwendete Bauprodukte hier null CO² einbringen.
00:55:05: Das heißt wenn ich irgendwie in meiner Planung Probleme habe diese CO² Zielwerte zu erreichen, dann hilft es mir auch da auf wieder verwendete Bauprodukte zurückzugreifen und so insgesamt mein CO² Fußabdruck zu reduzieren.
00:55:17: Und ich hab gerade das Gefühl dass wir jetzt noch ein bisschen wirklich an einem zeitlichen Wendepunkt sind.
00:55:21: ganz viele Sachen, die immer als Hemdisse gesehen wurden.
00:55:25: Die greifen jetzt so langsam ineinander und für mich sind es dann auch die positiven Beispiele, wirklich die Unternehmen, die hier im Münsterland vorangehen, die einzelnen Projekte, die zeigen dass das Ganze gelingen kann was mir wirklich Hoffnung macht auch nach vorne zu schauen.
00:55:40: Was sollte denn jede Bürgerin jeder Bürger über zirkuläres Bauen wissen?
00:55:43: Und was kann man selbst konkret tun.
00:55:45: jetzt
00:55:46: Wenn man baut, sollte man sich dieser Ressourcenrelevanz bewusst sein.
00:55:50: Das heißt also dass man wie gesagt das man weiß und nach dem Motto was verbraucht man da eigentlich welche Relevanz hat letztendlich dieser Punkt?
00:55:57: Und wir haben vorhin immer den Bestand angesprochen.
00:55:59: Also den Bestrand auch würdigen.
00:56:01: Also dass man letztendlig auch darüber nachdenkt letztendling diese Dinge zu erhalten und auch Materialien möglichst lange zu verwenden.
00:56:08: Dass man so baut ich sag mal, dass man relativ kurze Lebenszeiten in irgendeiner Form dann nachher hat sondern dass man hier über langfristige Dinge letztendlich auch nachdenkt.
00:56:19: Ich glaube, ich meine Spanen kann man ja vielleicht mit dem Materialien aber nicht auf Dauer weil dann ist es auf Dauerteuerer wenn das nur ein paar Jahre hält?
00:56:27: Ja, das ist leider so ein bisschen unser Mindset.
00:56:30: wir gucken jetzt endlich auf die Investkosten.
00:56:31: Wir haben aber im Baubereich haben wir können nicht nur in Westkosten sondern wir haben auch die Betriebskosten und ich glaube schon dass wir da auch noch mal über den Lebenszyklus gucken müssen.
00:56:39: also wir gucken ja bis eigentlich ans Ende des Bauwerkes das heißt bis zu den Sorgenskosten sollte eigentlich die Betriebskosten und auch die Sanierungskosten und die Instandsetzungskosten im Blick behalten, weil sie kommen auf jeden Fall.
00:56:52: Ich denke Bürgerinnen und Bürger sollten einfach denken, dass sie ihre eigene Wirksamkeit auch mit begreifen.
00:56:56: Also wir haben schon Beispiele genannt wie man auch im Kleinen durch das Nutzen von gebrauchten Pflastersteinen, durch Schauen auf Plattformen wo ich gebrauche Materialien vielleicht auch kaufen kann was sich selber umsetzen kann.
00:57:09: und letztendlich hat man natürlich auch eine große Macht die Nachfrage mit zu erzeugen.
00:57:14: also man kann ja einfach bei den Handwerkern oder bei den Betrieben wo man einkauft einfach mal nachfragen hey habt ihr das vielleicht auch in gebraucht?
00:57:21: Man kann, wenn neue Schulen, neue Kitas usw.
00:57:24: geplant werden, kann man solche Dinge natürlich auch mit ansprechen und so ein bisschen zeigen, dass eine Nachfrage da ist und das das irgendwie für uns inzwischen auch mit zur Normalität dazugehört.
00:57:35: Sabine was ist dein persönlicher Wunsch für das Bauen der Zukunft?
00:57:39: Ja ich wünsche mir, das gemeinsam hinbekommen.
00:57:42: Das ist eine gemeinsame Aufgabe, die wir haben, dass wir die Netzwerke für ressourcenschones und zirkuläres Bauen deutlich noch stärken, zusammenbringen und stärken.
00:57:52: Dass wir die Aktivitäten, die bereits haben also die Prozesse und auch die Infrastruktur weiter ausbauen weil sie fehlt uns an manchen Stellen noch.
00:58:01: Und dass wir so eine Umsetzung dann auch in den Alltag des Bauens bekommen.
00:58:05: Ich hatte vorhin schon mal gesagt ich wünsche mir, dass es das neue normal wird direkt damit planen und das direkt umsetzen, nicht als Besonderfall oder sonstwie begreifen.
00:58:16: Hoffnung macht mir hier, dass es wie gesagt schon einige Unternehmen auch Kommunen öffentlicher oder private Bauherren letztendlich gibt die diese Dinge auf den Weg gebracht haben.
00:58:27: Franziska hat von Pilotprojekten gesprochen, die werden halt immer mehr.
00:58:31: Und aus diesen Pilotprojekten denke ich mir müssen wir lernen und wir haben zum Beispiel auch viele angewandte Forschungsprojekte mit Praxispartnern und wir hoffen natürlich dass aus diesen Forschungs-Projekten dann eben auch Anwendungen oder Beispiele werden, die auch wieder andere Kommunen, andere Planer z.B.
00:58:48: mit umsetzen sodass wir im Prinzip gemeinsam das Zirkuläre bauen wie gesagt auf die Straße bringen.
00:58:54: Ja glaube es ist wichtig sind halt diese Pilotprojekte, das man sieht ist funktioniert so als Beispiel.
00:58:58: Man kann ja viele erzählen aber wenn es wirklich halt Projekte gibt wo man sieht Ja es klappt!
00:59:02: Da sind das halt praktisch Leuchttürme und halt positive Beispiele auch für andere.
00:59:07: Ich glaube man braucht einfach ein Anschauungsmaterial.
00:59:09: also wir haben zum Beispiel Planspiele gemacht mit Planern und haben gefragt, könnten sie sich vorstellen, mit gebrauchten Materialien zu bauen?
00:59:16: Und dann haben die gesagt ja klar.
00:59:17: Warum nicht?
00:59:17: Weil wie gesagt Franziska hat es vorhin schon gesagt, die bringen im Prinzip so gut wie kein CO-Zwei mit.
00:59:22: Das ist nur das CO-zwei was im Prinzip durch den Ausbau der Transport oder sonst wieder drauf geschlagen wird.
00:59:28: Und das ist etwas, was letztendlich teilweise auch wenn wir zum Beispiel Bauwerke von diesem Hintergrund bewerten und das passiert im öffentlichen Bereich, dass passiert dem privaten Bereich eigentlich ständig mittlerweile, Hebel.
00:59:40: Und die haben ganz klar gesagt, wenn die Materialien im Prinzip und die Funktionen haben, die wir brauchen dann ist das für uns überhaupt kein Ding und die müssen auch nicht billiger sein als die anderen.
00:59:51: Das fand ich auch sehr interessant dass diese Aussage zum Beispiel kam weil sie einfach einen Mehrwert haben, weil Sie z.B.
00:59:57: auch dieses CO-Zwei nicht mitbringen.
00:59:58: also von daher es gibt mehrere Hebel die auf dieses zirkuläre Bauen zum Beispiel einzahlen.
01:00:03: Franziska,
01:00:04: auch an dich die Frage was ist dein persönlicher Wunsch für das Bau in der Zukunft?
01:00:08: Ich wünsche mir, dass in den Bauteilen oder in den Materialien wieder mehr Wert gesehen wird.
01:00:13: Also das wir wirklich von dieser Wegwerfgesellschaft wegkommen, dass wir auch die alten Bauteile uns anschauen und sagen ja ich erkenne deinen Wert!
01:00:21: Den Wert den du durch die Energie hast, den Wert durch die CO², dein materiellen Wert, dein finanziellen Wert... Deinen kulturellen Wert und dass wir mit diesen Werten dann auch wieder kreativer werden weil wir dann alte und neue Sachen miteinander kombinieren können, weil wir in der Gestaltung nochmal ganz neue Formen finden können und damit natürlich letztendlich auch neue Möglichkeiten, zum Beispiel bei Kommunen die gerade im Haushaltsstopp stecken weil man einfach durch den Ausbau von Bauteilen wenn irgendwo was zurückgebaut wird, die man woanders wieder einbauen kann.
01:00:49: Natürlich auch die Möglichkeit hat irgendwie ohne weitere Investitionssummen hier nochmal in der Gestaltung zu kommen.
01:00:56: oder das auch bei Familien die vielleicht nicht so ein hohes Einkommen haben durch das Einbauen von gebrauchten Bauteil hier auch wieder Sanierungen möglich sind dass man selber wieder mehr Dinge tun weil wir einfach insgesamt diesen Wert in den Gegenständen wieder anders erkennen und damit auch letztendlich eine Wertschöpfung und Wohlstand für uns alle schaffen können.
01:01:16: Und ich finde zirkuläres Bauern muss irgendwann zu einer Selbstverständlichkeit werden, also es ist einfach die Sache!
01:01:23: Ich sage an dieser Stelle vielen Dank Sabine Flamme Franziska Struck von der Fachesschule Münster für die Einblicke in das Zirkuläre bauen – ich habe auf jeden Fall eine Menge gelernt.
01:01:32: Nachhaltiges Bauen beginnt nicht erst auf der Baustelle, es beginnt bei der Frage ob ein Neubau überhaupt notwendig ist.
01:01:38: Setzt sich bei der Planung Materialwahl fort, reicht dann bis zum späteren Umbau oder Rückbau eines Gebäudes?
01:01:44: viele Lösungen gibt es bereits heute Gebäude können erhalten Materialien wieder verwendet und Baustoffe Sorten rein getrennt werden.
01:01:52: Der nächste Schritt besteht darin diese Ansätze aus einzelnen Projekten in die breite Praxis.
01:01:58: Das ist dann die Herausforderung aktuell.
01:02:01: Bis zur nächsten Folge lohnt sie auf jeden Fall einen Blick auf das Portal zur Kreislaufwirtschaft, habt ihr Pioniergeschichten erwähnt?
01:02:07: im Portal gibt es weitere positive Beispiele aus dem Münsterland.
01:02:11: schaut gerne mal vorbei go.münsterland.com.
01:02:15: Kreislaufwirtschaft, den Link findet ihr auch in den Show Notes dieser Folge.
01:02:20: Ja der Podcast und das Projekt Kreislauch Wirtschaftsregion Münsterland werden mit Mitteln der Europäischen Union und des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
01:02:30: Projektpartner sind die Fachhochschule Münster, die Handwerkskammer Münster in die Industrie und Handelskammer Nordwestfalen und MünsterLand.
01:02:37: EV Teilt den Podcast gerne mit Freunden und Bekannten.
01:02:42: Ich bedanke mich für's Zuhören bei euch, bis zum nächsten Mal machts gut!
01:02:45: Und ich sage an dieser Stelle noch mal vielen Dank Sabine.
01:02:48: Danke schön Franziska!
01:02:49: Vielen Dank für die
01:03:04: Einladung.
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